Ton in Brexit-Streit wird schärfer - Patt in Umfragen

Dijsselbloem Eurozone für mögliche

DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier: "Bei einem Brexit würde es keinen Gewinner geben".

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union waren nie einfach. Doch die Vorstellungen gehen weit auseinander. Laut einer Umfrage der Deutschen Außenhandelskammer in Großbritannien erwarten 80 Prozent ihrer knapp 700 Mitgliedsunternehmen negative Folgen eines Brexit für ihr Geschäft. Laut des Wett-anbieters "Ladbrokes" stand vor wenigen Wochen die Chance auf einen Sieg der Leave-Seite bei 18 Prozent, heute liegt sie bei 43 Prozent.

Seit Monatsbeginn mehren sich die Umfragen, die dem Brexit-Lager Zuwächse zubilligen.

"Manchmal ist eine Scheidung besser als ein Nebeneinanderleben mit zu vielen Kompromissen", sagte Viviane Reding, langjährige Vizepräsidentin der EU-Kommission, im Gespräch mit der "Zeit". So wie jetzt könne es jedenfalls nicht weitergehen.

Cameron hatte vielleicht schon damals im Gefühl, dass seine Referendumspläne noch risikoreicher sind, wenn ein Vollbluteuropäer wie Juncker in Brüssel den Ton angibt. Deshalb müssen sich die Briten im Falle eines Brexits auf Handelsbarrieren zum Kontinent einstellen. "Dies könnte in den nächsten Jahren drastische Auswirkungen auf die europäische und britische Wirtschaft haben". "Sie ist ein schlechter Witz". Sie dürfte sich in Großbritannien stärker auswirken als im Rest der EU. Das EU-Recht gibt für das Ausscheiden einen Zeitraum von zwei Jahren vor.

Farage bezeichnete die EU als ein "gescheitertes Projekt". Die Mahnungen des englischen Wirtschaftsmagazins "Economist" reichen von einer zu erwartenden schweren Rezession, einem zweiten schottischen Unabhängigkeitsreferendum bis zur Sorge um britische Investitionen und Arbeitskräfte in der EU. "Das ist die bittere Realität eines EU-Austritts".

Die Zukunft der EU sehen einige führende Köpfe in einem kleineren, enger integrierten Staatenverbund. Japan hatte zuletzt im November 2011 am Markt interveniert.Japans Finanzminister Taro Aso sagte, dass er zuftiefst besorgt über die schnellen und spekulativen Devisenbewegungen sei. Aber nur etwa zehn Prozent der EU-Exporte werden in Großbritannien abgesetzt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) befürchtet hingegen, die EU könne im Brexit-Fall "die Bodenhaftung verlieren".

Gleichwohl ist die "Sun", die zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehört, nun die erste große nationale Zeitung, die öffentlich eine Wahlempfehlung abgibt. Das hieß: Die Wettbüros gingen davon aus, dass das Königreich sich am Ende fürs Bleiben entscheiden würde.

"Verlassen die Briten die EU, dominiert das Hochfliegende": Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Mit der Aktion hatten es die Jungen Unternehmer vor allem auf ältere Briten abgesehen, weil sich die jüngere Generation ohnehin eher für einen Verbleib in der EU ausspreche.

Ohne die Briten würde der europäische Binnenmarkt kleiner und schwächer - ein Nachteil für die deutschen Unternehmen, die auf der Insel über 120 Milliarden Euro investiert haben, mehr als doppelt so viel wie in Frankreich und China.

So gedenken Menschen der toten Politikerin.

Europa hält den Atem an, wenn die Briten kommende Woche in einer Volksabstimmung über den Verbleib in der EU abstimmen. Umgekehrt erreichten die EU-Befürworter im Mai noch 52 Prozent - sechs Punkte mehr als in der jetzigen "Sun"-Umfrage". 13 Prozent der Befragten seien weiterhin unentschlossen. Die Börse in Frankfurt am Main könnte diese Position nach einem Austritt der Briten übernehmen und zum Zentrum der europäischen Unternehmensfinanzierung werden.

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