Vater des Amokläufers: "Unser Leben in München ist erledigt"

Archivbild Trauernde Menschen und ein Blumenmeer beim Tatort in München

Berlin. Erstmals nach dem Amoklauf von München vor gut einer Woche hat sich der Vater des Täters zu Wort gemeldet.

Vor gut einer Woche hatte der 18-jährige Deutsch-Iraner David S.im Bereich des Olympia-Einkaufzentrums neun Menschen erschossen, überwiegend Jugendliche. Ihm selbst gehe es schlecht und seine Frau weine seit einer Woche, sagte Masoud S. der Zeitung "Bild am Sonntag". "Unser Leben in München ist erledigt", sagte der Vater.

Am Sonntag findet in München ein Gedenkgottesdienst zu Ehren der Opfer statt.

Die Eltern des Münchner Amokläufers David Sonboly bekommen einem Medienbericht zufolge Morddrohungen. "Von einer Waffe habe ich nichts gewusst", sagte S. Ebenso hatte er keine Ahnung, dass sein Sohn Medikamente wie Antidepressiva zu sich nahm. Diese hatte sich Ali David S. nach den bisherigen Erkenntnissen im sogenannten Darknet besorgt, einem verborgenen und verschlüsselten Bereich des Internets. Vor vier Jahren erfuhr er jedoch über einen Mitschüler davon, wie er berichtete.

Im Gespräch mit der "Bíld am Sonntag" nannte der Vater seinen Sohn bei seinem früheren Namen Ali. "Einige der mobbenden Mitschüler habe ich angezeigt". Doch seien die Ermittlungen eingestellt worden.

Der Schüler war nach den bisherigen Ermittlungen von dem rechtsextremen Attentäter Anders Behring Breivik aus Norwegen fasziniert. Seine meist muslimischen Opfer hatten Migrationshintergrund mit Wurzeln etwa in der Türkei oder dem Kosovo.

München - Sie erhalten Morddrohungen, sie machen sich Vorwürfe - und sie trauern um ihr Kind. Zunächst wird es in der Frauenkirche einen ökumenischen Gottesdienst (16.00 Uhr) geben, den der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx sowie Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm leiten. Zu einer Gedenkstunde im bayerischen Landtag werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Eingeladen wurden auch die Familien der neun Todesopfer.

Zudem hatte der 18-Jährige vor seiner Tat die Schule in Winnenden besucht, an der 2009 bei einem Amoklauf eines Schülers 15 Menschen starben. Anschließend erschoss er sich selbst.

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