Bei irischen Landfahrern in Eppstein alles ruhig

Iren verlassen Camp in Ginsheim-Gustavsburg Ziel unbekannt. Funkstreifenwagen der Polizei

Anwohner hatten nach dem Besuch einiger Camper in umliegenden Kneipen über Lärmbelästigungen geklagt, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Es sind irische Landfahrer - und diese Gruppe hat in den vergangenen Tagen für einige Schlagzeilen auch in dieser Zeitung gesorgt.

In Ginsheim-Gustavsburg waren die 600 dortigen Landfahrer ebenfalls auffällig geworden, sollen laut Anwohnern auch gestohlen und randaliert haben. Zudem kamen zwei alkoholisierte Männer ins Polizeigewahrsam, nachdem sie versucht hatten, Schlägereien anzuzetteln. Mehrere Gaststättenbetreiber beschwerten sich daraufhin über Zechprellereien, Anwohner über Lärm. Laut Polizei lief die Kneipentour allerdings schnell aus dem Ruder. Die Polizei sei intensiv Streife gefahren, sagte ein Sprecher am Morgen in Wiesbaden. Schon in den vergangenen Tagen war die Polizei wegen der irischen "Traveller", einer Minderheit von Landfahrern, mit einem Großaufgebot vor Ort. Diese waren teilweise erheblich betrunken und sehr aggressiv.

Ansonsten war die Lage auf dem Campingplatz friedlich.

Rund 100 Personen mit etwa 30 Gespannen hatten sich am gestrigen Montag als Gäste auf dem Platz eingefunden. Noch in der Nacht musste die Polizei anrücken. Die anderen wollten möglicherweise demnächst folgen. Darüber hinaus wurden auch vereinzelte Straftaten wie Diebstähle oder Sachbeschädigungen gemeldet. Ginsheim-Gustavsburgs Bürgermeister Thies Puttins-von Trotha bleibt auf den Kosten sitzen. Am Montagmorgen waren die rund 120 Gespanne dann plötzlich mit unbekanntem Ziel abgereist.

Nach mehrtägiger Aufregung und etlichen Klagen von Anwohnern haben Hunderte irische Landfahrer ihr wildes Camp in Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) wieder verlassen.

Campingplatzbetreiber Steimer zeigte sich gelassen.

Die zumeist in Irland ansässigen Traveller (auch Tinker oder Pavees genannt) sind ein Fahrendes Volk. Schwarze Schafe gebe es wie überall, seine Erfahrungen mit den Travellern seien aber positiv. Die etwa zwölf Jahre alten Kinder gehörten den Angaben zufolge zu der Landfahrergruppe in Ginsheim-Gustavsburg. Allerdings lagen der Polizei keine entsprechenden Hinweise vor. "Das war der größte Medienrummel in der Geschichte des Campingplatzes", fügte er hinzu. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Landfahrer rund um Maria Himmelfahrt in der Gegend versammelt und zwar auf der Maaraue im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim. Vermutungen, dass sich die Camper in Richtung Wiesbaden aufgemacht haben können, um dort wie angekündigt an einem Gottesdienst zum katholischen Fest Mariä Himmelfahrt teilzunehmen, bestätigten sich nicht.

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