Bundeswehr rückt näher an die Frontlinie im Irak

Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen hat dem Irak weitere Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zugesichert.

Die Bundeswehr bildet seit Januar 2015 im Nordirak Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie der religiösen Minderheiten der Jesiden und Kakai aus. Sie betonte, dass sich die Bundeswehr weiterhin von Kampfgebieten fernhalte: "Für uns ist oberste Priorität die Sicherheitslage".

"Wir kommen (.) den Peschmerga, die dort sind, etwas entgegen, damit es für sie Zeit spart", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Nacht zum Freitag im nordirakischen Erbil.

Nach dem Verlust von Falludschah westlich von Bagdad ist Mossul die letzte Hochburg des IS im Irak.

"Es ist eine Frage der Effizienz und der Zeitersparnis", sagte die Ministerin. "Wir haben das gemeinsame Ziel, dass wir die Peschmerga so gut wie möglich ausbilden, damit sie die große Aufgabe leisten, den IS endgültig auch in Mossul zu schlagen". Ihre Rückeroberung gilt nach der Einnahme von Städten wie Tikrit und Ramadi weiter im Süden als nächster großer Meilenstein im Kampf gegen die IS-Miliz. Es wird erwartet, dass die Offensive vielleicht noch in diesem, spätestens aber im kommenden Jahr beginnt - und sich zäh gestaltet. Die Operation kann nach Schätzung von Militärexperten Monate dauern. Hilfsorganisationen rechnen damit, dass eine Million Menschen vor den Gefechten fliehen werden. Damit blieben die deutschen Soldaten aber noch immer außerhalb der Reichweite der Mörser und anderen Waffen der Extremisten. Seither beliefert die Bundesrepublik die Kurdenmiliz mit Gewehren, Sanitätsmaterial, Milan-Panzerabwehrraketen und anderem Kriegsgerät, die Kurden halten eine mehr als 1100 Kilometer lange Frontlinie und haben inzwischen sogar Gebiete zurückerobert. Künftig sollen kleine Trupps mit bis zu 30 Soldaten nur noch 20 Kilometer vom IS-Gebiet entfernt Mossul-Kämpfer schulen. Demnach soll das Training wie bisher in geschützten Lagern stattfinden. Bündnispartner wie die Niederlande, Ungarn oder Belgien haben ihre Ausbildung ebenfalls Richtung Mossul verlagert. Schwerpunkt des Bundeswehr-Einsatzes im Nordirak ist laut dem Bundestagsbeschluss der "nachhaltige Fähigkeitsaufbau der irakischen Streitkräfte sowie der Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak". Auch eine Veränderung des Bundestagsmandats ist nicht vorgesehen.

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