Konflikte: Heftige Angriffe auf Aleppo nach Ankündigung von Offensive

Treffen in New York Ist der Friedensprozess für Syrien noch zu retten

Es dauerte nicht lange, als nach der Ankündigung der syrischen Armee, mit einer Offensive zur Rückeroberung des von Rebellen gehaltenen Ostteils von Aleppo zu beginnen, die ersten Bomben auf die einstige Millionenstadt im Norden Syriens niederhagelten. Nach Bombardements am Donnerstag zählte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Freitag mehr als 30 Luftschläge auf den von Aufständischen beherrschten Ostteil der Stadt. Im Bezirk Fardus seien zehn Zivilisten getötet und viele weitere verletzt worden.

US-Außenminister John Kerry sagte, sein Land werde weiter alle Vorschläge prüfen, die Fortschritte beim Thema Waffenruhe versprächen.

In New York blieben die internationalen Bemühungen für eine Rückkehr zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland am Donnerstagabend ohne Erfolg. Eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einigen Tagen nach nur einer Woche für beendet erklärt worden. "Ich bin nicht weniger entschlossen als gestern, aber natürlich frustrierter". Sein russischer Kollege Sergej Lawrow antwortete auf die Frage, ob es eine Vereinbarung gebe, deutlich: "Nichts ist passiert".

Die Gespräche sollen am Freitag und im Laufe der kommenden Tage aber fortgesetzt werden. Dabei geht es entscheidend auch um die Frage, ob Russland zum Verzicht auf Luftangriffe in bestimmten Gebieten Syriens, die nicht von Islamisten gehalten werden, bereit ist. Lawrow kündigte nach Angaben von Teilnehmern jedoch an, mit Moskau Rücksprache zu halten. Von syrischer oder russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme. Vertreter der Syrien-Unterstützergruppe äußerten sich ernüchtert, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beschrieb den Verlauf als "sehr kontrovers". Normalerweise ist das eine Umschreibung dafür, dass gegenseitig massive Vorwürfe erhoben wurden. Steinmeier sagte weiter: "Wir müssen jetzt sehen, ob uns die nächsten Stunden weiter vorwärts bringen". Kerry verwendete den Begriff "Flugverbot" weiterhin nicht, erneuerte aber seinen Vorschlag für den den Stopp von Militärflügen über den humanitären Versorgungsrouten. Zudem klagten Russland und der Iran darüber, dass sich bislang zu wenig Oppositionsgruppen zu der Waffenstillstandsvereinbarung bekannt hätten, die die USA und Russland ausgehandelt hatten.

Am Donnerstagabend hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad über Staatsmedien den Beginn einer Offensive in Aleppo angekündigt, um den Ostteil der Stadt zurückzuerobern.

Eine Einigung ist auch deshalb schwierig, weil die USA in dem Konflikt in Syrien Rebellen unterstützen, Russland aber den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. In den Rebellengebieten Aleppos sollen sich noch mehr als 250 000 Menschen aufhalten.

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