Syrien: Heftige Angriffe auf Aleppo nach Ankündigung von Offensive

Weißes Haus: Moskau für Attacke auf UN-Konvoi verantwortlich

Nach Bombardements am Donnerstag zählte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Freitag mehr als 30 Luftschläge auf den von Aufständischen beherrschten Ostteil der Stadt. Den zivilen Helfern der Weißhelme zufolge wurden mindestens 81 Menschen getötet.

In New York blieben die internationalen Bemühungen für eine Rückkehr zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland am Donnerstagabend ohne Erfolg.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Wie ein AFP-Reporter am Freitag berichtete, gab es in Vorbereitung auf eine geplante Bodenoffensive ununterbrochen Luftangriffe auf die Bezirke in Rebellenhand.

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura beklagte am Donnerstagabend in New York, alle Konfliktparteien hätten nach der gescheiterten Feuerpause wieder zu den Waffen gegriffen. Eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einigen Tagen nach nur einer Woche für beendet erklärt worden.

Während US-Außenminister John Kerry sagte, er sei "frustrierter" als am Tag zuvor, antwortete sein russischer Kollege Sergej Lawrow auf die Frage, ob es eine Vereinbarung gebe: "Nichts ist passiert". Dabei geht es entscheidend auch um die Frage, ob sich Russland auf den amerikanischen Vorschlag einlässt, auf den Einsatz von Militärjets über syrischen Gebieten mehrere Tage lang zu verzichten. Lawrow kündigte nach Angaben von Teilnehmern jedoch an, mit Moskau Rücksprache zu halten. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, es habe viel Unterstützung für die Idee eines vorübergehenden Flugverbots gegeben, das die Bedingungen für eine neue Waffenruhe schaffen solle. Normalerweise ist das eine Umschreibung dafür, dass gegenseitig massive Vorwürfe erhoben wurden. "Heute ist uns das nicht gelungen, aber das ist nicht das Ende der Bemühungen". Zudem klagten Russland und der Iran darüber, dass sich bislang zu wenig Oppositionsgruppen zu der Waffenstillstandsvereinbarung bekannt hätten, die die USA und Russland ausgehandelt hatten.

Eine Einigung ist auch deshalb schwierig, weil die USA in dem Konflikt in Syrien Rebellen unterstützen, Russland aber den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Rami Abdurrahman, der Leiter der Beobachtungsstelle, sagte am Freitag, Regierungstruppen hätten in Aleppo Gebäude an der Front eingenommen und Rebellen in den südlichen Stadtteil al-Amirian zurückgedrängt.

Parallel zu den Bemühungen der Außenminister wollen die Vereinten Nationen versuchen, die Friedensgespräche zwischen dem Assad-Regime und der Opposition wieder in Gang zu bringen. Die Gespräche in Genf liegen seit Monaten auf Eis. In dem seit mehr als fünf Jahren dauernden Konflikt sind inzwischen schon mehr als 250.000 Menschen gestorben.

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