NSU-Spur im Fall Peggy doch eine Panne?

Die Fälle des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und der getöteten Schülerin Peggy sind möglichen Hinweisen der Ermittler zufolge über eine Verunreinigung verknüpft.

Es gebe "mögliche Anhaltspunkte" dafür, dass durch die mit der Spurensicherung in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät verwendet worden sei. Bei der am Fundort der Leiche Peggys vermeintlich gefundenen DNA-Spur Böhnhardts handle es sich wohl doch um eine Verunreinigung und keine echte Spur, berichteten der Bayerische Rundfunk und der Südwestrundfunk am Donnerstag. So hätten sich die neuen Erkenntnisse ergeben. Der Rechtsanwalt Yavuz Narin, der im NSU-Prozess Angehörige eines ermordeten Griechen vertritt, hatte den Polizisten als Zeugen benannt. In Thüringen verweisen die Ermittler dabei auf das eigene Qualitätsmanagement, während aus Expertensicht auch Sparmaßnahmen die Fehlergefahr bei der Polizeiarbeit erhöhen.

Davor aber hatten die Ermittler fast zwei Jahre lang eine "Frau ohne Gesicht" gejagt - auf Basis der DNA-Spur einer Unbekannten. Im Rahmen der Qualitätssicherung seien alle Spuren vom Fundort Peggy und dem Obduktionsbericht von Uwe Bönhardt abgeglichen worden, hieß es weiter.

Zudem gingen nach Angaben der Behörden aber auch Ermittlungen in andere Richtungen weiter. Das Polizeipräsidium Oberfranken lässt in der Formulierung seiner Pressemitteilung erhebliche Zweifel durchblicken.

Die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx, zeigte sich skeptisch. Daher ist auch nicht gesichert, dass Götzl dem Antrag des Nebenklageanwalts Mehmet Daimagüler stattgeben wird, der im Anschluss forderte, den gesamten Aktenbestand der zuständigen Bayreuther Staatsanwaltschaft im NSU-Prozess hinzuzuziehen. Für den Nachmittag sei aber eine Pressekonferenz angekündigt worden.

Am 2. Juli 2016 wurden 15 Jahre nach dem Verschwinden von Peggy überraschend Teile ihres Skeletts in einem Wald in Thüringen entdeckt.

Gab es schon einmal Fehler im Zusammenhang mit Peggy oder Böhnhardt? Demnach verglichen BKA-Beamte Fotos vom Auffinden des toten Böhnhardt im Jahr 2011 mit Fotos von der Bergung der Skelettteile Peggys im Juli. Dies sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit, mehrere Bundesländer prüfen seitdem mögliche Verbindungen von unaufgeklärten Kindsmorden zu Böhnhardt.

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