NRW-Minister: "Wichtiger Schlag" gegen IS-Helfer

Die Polizei hat mehrere mutmaßliche Islamisten festgenommen - unter ihnen offenbar ein wichtiger Vertreter des IS in Deutschland.

Die Männer sind dringend verdächtig, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt zu haben. Zwei der fünf Männer wurden in Untersuchungshaft genommen, die drei anderen Verdächtigen sollen morgen dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Sie sollen vor allem in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den sogenannten "Heiligen Krieg", den Jihad, angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben. Denn wenn die Vorwürfe stimmen, hat "Abu Walaa" - bisher nur als radikaler Lautsprecher in der salafistischen Social-Media-Szene bekannt - eine Art All-Inclusive-Agentur des Dschihad betrieben: Ideologie, Radikalisierung und Syrien-Reiseplanung aus einer Hand. Gut ein Dutzend mutmaßlicher IS-Helfer wurde im vergangenen Halbjahr festgenommen.

Laut Bundesanwaltschaft handelt es sich bei den Männern neben dem 32-jährigen irakischen Staatsangehörigen Ahmad Abdulaziz Abdullah A. (Szenename Abu Walaa) um den 50-jährigen Türken Hasan C., den 36-jährigen deutschen und serbischen Staatsangehörigen Boban S., den 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mahmoud O. und den den 26-jährigen Ahmed F.Y. aus Kamerun. Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland gibt es demnach nicht. Bundesinnenminister de Maizière sieht die Festnahmen als Beleg, dass die Sicherheitsbehörden "aktiv, entschlossen und wachsam sind", sagte er in Berlin.

Abu Walaa gilt als zentrale Figur der islamistischen Szene in Deutschland.

In Hildesheim durchsuchten Polizisten am Morgen eine Wohnung. Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war. Den Männern werde vorgeworfen, ein überregionales salafistisches Netzwerk gebildet zu haben. "Uns ist heute ein wichtiger Schlag gegen die salafistischen Strippenzieher und IS-Unterstützer gelungen", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). An den Ermittlungen war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) maßgeblich beteiligt.

Laut NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatten die Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den Festnahmen. Dieser, ein 22-jähriger Deutscher namens Anil O., reiste im August 2015 über die Türkei nach Syrien. Außerdem waren die Beamten waren auch in der Moschee des "Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim" (DIK) im Einsatz, die bereits Ende Juli durchsucht worden war. Er habe Abu Walaa in einem Interview als "die Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet. Die Beschuldigten haben - sofern sie sich in der Vergangenheit dazu geäußert haben - eine Verbindung zum Terrorismus verneint.

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