Schulen : Gewalt gegen Lehrer: Bildungsverband präsentiert Umfrage

Jeder fünfte Lehrer im Südwesten ist schon von Schülern beleidigt und gemobbt worden. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor, die der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) am Montag in Düsseldorf vorstellte. Der Prozentsatz derer, die von psychischer Gewalt berichten, ist hier mit bis zu 81 Prozent doppelt so hoch wie an Gymnasien.

Dennoch werde das Phänomen von Betroffenen verheimlicht, von staatlichen Stellen kleingeredet und vom Kultusministerium nicht genug beachtet. So sei eine Kollegin an einer Förderschule in Mittelsachsen von einem Schüler geschlagen worden und habe daraufhin ihre Versetzung beantragt. Die Realität sehe aber anders aus: In Konflikten mit Eltern erleben Lehrer die Schulämter demnach häufig eher als Anwälte der Eltern. Eine Umfrage hat jetzt gezeigt, dass ein Viertel der befragten Lehrkräfte in Deutschland bereits Opfer von psychischer Gewalt geworden ist, sechs Prozent gar von körperlicher Gewalt.

Düsseldorf. Gewalt gegen Lehrer war jahrelang ein Tabuthema.

Immerhin gestehen 21 Prozent der Lehrer, dass es in den letzten fünf Jahren körperliche Attacken an ihrer Schule gab.

Noch größer sei die Zahl der Lehrer, die psychische Gewalt erleben mussten, so Beckmann. Nun werden immer öfter Lehrer die Opfer der Gewalt ihrer Schüler. Vergleichswerte zu früheren Umfragen gibt es nicht: Es ist laut VBE die erste dieser Art.

Nur die spektakulärsten Fälle scheinen öffentlich zu werden.

Ein 14-jähriger Schüler würgt seinen Lehrer mit einem Schnürsenkel. Der Lehrer hatte ihm das Handy abgenommen. Der Fall landete vor Gericht.

Die Gewalt gehe dabei sowohl von Schülern als auch von deren Eltern aus. In einem anderen Fall wurde eine Grundschullehrerin von Eltern angegriffen, weil sie mit ihrer Klasse eine Moschee besucht hatte. "So können Lehrer auf Gewalt entsprechend reagieren". "Wenn die Regierung anfängt, die Schulen so auszustatten, dass sie dem gerecht werden können, was die Regierung verspricht, wären wir schon mal einen Schritt weiter". "Das muss uns nachdenklich stimmen mit Blick auf die Zukunft". Der Verbandsvorsitzende beklagte eine Verrohung von Sprache. Autoritäten würden nicht mehr anerkannt. Lehrerverbände etwa in Nordrhein-Westfalen und Bayern haben in eindringlichen Appellen davor gewarnt. Damit werde der Boden auch für physische Gewalt bereitet. Bundesweit haben zwölf Prozent der Grundschullehrer schon Erfahrungen mit einem physischen Angriff gemacht - etwa Treten, Beißen, Spucken. Die Täter waren fast ausschließlich Schüler, nur in wenigen Fällen Eltern. Von Fällen an der Schule, in denen Lehrkräfte körperlich angegriffen wurden, wussten im selben Zeitraum 13 Prozent der Befragten zu berichten.

Unter Lehrern ist das Problem zwar allgemein bekannt, wird aber meist tabuisiert, wie 57 Prozent der Befragten angeben. "Es fehlt an Rückendeckung in der Politik und der Öffentlichkeit für den Berufsstand".

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