Trump: Millionen stimmten illegal für Clinton

Jill Stein

Die Hoffnung vieler Amerikaner, den Schock vom 8. November doch noch ungeschehen zu machen, stützt sich auf die Tatsache, dass die in den Umfragen favorisierte Hillary Clinton mit 64,4 Millionen Stimmen am Wahltag deutlich mehr Bürger auf ihrer Seite hatte als Trump mit seinen 62,3 Millionen.

"Zusätzlich zur Mehrheit der Wahlmänner hätte ich auch die Mehrheit der Stimmen erhalten, wenn man die Millionen abzieht, die illegal gewählt haben", schrieb Trump am Sonntag per Twitter.

Trumps neue Twitter-Äußerungen ließen die Vermutung zu, dass er sich durch den angeblichen Betrug um einen noch klareren Sieg gebracht sieht. Die US-Regierung erklärte, es gebe keine Anzeichen für Unregelmässigkeiten bei der Wahl.

Clintons Anwälte schlossen sich am Samstag der Initiative der Grünen-Kandidatin Jill Stein an.

Experten halten die Chance, dass Neuauszählungen Clinton nachträglich die Präsidentschaft bescheren, aber für äußerst gering.

Trump reagierte damit auf eine anstehende Neuauszählung in Wisconsin, wo er seine Rivalin Clinton knapp besiegt hatte. Sie werde Trumps Entscheidung aber in jedem Fall respektieren.

Die Äußerungen des designierten Präsidenten warfen Fragen auf, hatten Trump selbst und seine Berater doch am Wochenende noch scharfe Kritik an den Plänen zur Neuauszählung in einigen Staaten geübt. Einen Beweis für seine Behauptung bleibt er dabei aber schuldig.

Computerexperten hatten die Demokraten zuvor bereits darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe sind und deswegen in anderen Bundesstaaten, etwa Kalifornien, nicht benutzt werden dürfen.

Trump hatte in Wisconsin mit einem Vorsprung von etwa 23 000 Stimmen gewonnen und auch Pennsylvania knapp für sich entschieden. Trump gewann wesentlich mehr Wahlmänner als Clinton, bekam aber landesweit nach bisherigem Stand um zwei Millionen Stimmen weniger. Ein Vertreter der Republikaner bezeichneten den Antrag auf Neuauszählungen allerdings als sinnlos. Es gebe keine objektiven Hinweise auf einen umfassenden Wahlbetrug, sagte der Sprecher des scheidenden Präsidenten Barack Obama, Josh Earnest.

Das Clinton-Team hat sich der Initiative der Grünen für die Überprüfung der Wahlergebnisse mittlerweile angeschlossen.

Kann eine US-Wahl manipuliert werden? Es hat in den USA immer wieder Vorwürfe kleinerer Manipulationen gegeben.

2000 hatten die Behörden Zehntausende Stimmen fälschlicherweise für ungültig erklären lassen. Medien zählten inoffiziell nach: Gore hätte wohl gewinnen müssen.

Doch insgesamt ist flächendeckender Wahlbetrug kaum denkbar.

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