Waffenschmiede Heckler & Koch ändert ihre Geschäftsstrategie

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Der Waffenhersteller Heckler & Koch liefert fortan nur noch an Staaten der Nato oder deren Verbündete. Das verlautete aus Firmenkreisen.

BERLIN taz | Mexikanische, saudische und indische Polizisten und Soldaten müssen künftig ohne Gewehre des deutschen Unternehmens Heckler & Koch (H&K) auskommen.

Begründet wird der Strategiewechsel damit, dass Exportgenehmigungen in solche Staaten nur schwierig oder gar nicht mehr zu bekommen seien. Zudem wolle man raus aus den negativen Schlagzeilen. "Prinzipiell ist es genau das, was wir fordern", sagt etwa Wolf-Christian Paes vom Internationalen Konversionszentrum Bonn. Frankreich bestellte über 100.000 Sturmgewehre, Litauen kauft Waffen im Wert von 12,5 Millionen Euro, und Baden-Württembergs Polizei erhält 3.000 neue Maschinenpistolen aus dem Hause H&K. "Heckler & Koch springt auf einen fahrenden Zug auf". Die Firma steckte in der Krise und stand kurz vor der Pleite. Vor einem Jahr wurde noch ein Verlust von 10,3 Millionen Euro, gemacht, wie aus einer Mitteilung der Firma hervorgeht. Anfang 2016 übernahm dann der Ex-Chef des Pumpenherstellers Putzmeister, Norbert Scheuch, den Chefsessel.

Das ist die Produktpalette der Waffenschmiede Heckler & Koch.

Die Verschuldung sank zuletzt deutlich auf rund 230 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2016 konnte die Firma eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent verbuchen. "Es sind also weniger Risiken und weniger Verzögerungen bei Exporten - das macht das Geschäft kalkulierbarer". "In diesem Jahr hat sich operativ einiges getan und positiv entwickelt - aber die Verschuldung ist noch immer zu hoch", sagt Moody's-Analyst Moritz Melsbach. "Dadurch verbessert sich die Qualität des Orderbuchs".

Ein Bremsklotz für gute Geschäfte sind die restriktiven deutschen Gesetze zur Waffenausfuhr. Das habe in Deutschland politische und auch historische Gründe. Damit sind Staaten wie Saudi-Arabien, Mexiko und die Türkei außen vor. So braucht Saudiarabien Bauteile, um eine längst fertiggestellte Gewehrfabrik nutzen zu können. Weil die aber nicht kommen, ist die Fabrik nutzlos. Dass H&K auf der Saudi-Arabien-Ausfuhr beharrt und noch auf die Genehmigung für den Oman und Singapur wartet, ist übrigens kein Widerspruch zur Grüne-Länder-Strategie - denn die gilt nur fürs Neugeschäft. Alten Verpflichtungen wolle man nachkommen, heißt es. Sollte die Ausfuhr nicht erlaubt werden, gingen hohe finanzielle Sicherheiten verloren, die man in Saudi-Arabien hinterlegt habe, verlautete bei Heckler & Koch.

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