"Der letzte Tango in Paris": Vergewaltigung im Film war echt

Maria Schneider und Marlon Brando in Der letzte Tango in Paris

Sie spielt in einer der meistzitierten Szenen des europäischen Kinos eine entscheidende Rolle, und selbst wer niemals den ganzen "Letzten Tango in Paris" gesehen hat, der 1972 weltweit für Aufregung sorgte, erinnert sich: Der Film mit der Butter! Auch der Wikipedia-Eintrag zum "Letzten Tango" enthält die Anekdote von der Butter: wie Bertolucci und Brando beim Frühstück saßen, vor sich ein Baguette und ein Stück Butter, sich anschauten und wussten: so machen wir das nachher. Die Idee mit der Butter sei ihm und Brando am Morgen vor dem Dreh gekommen.

"Ich wollte, dass Maria es fühlt, statt zu schauspielern, ich wollte die Wut und die Entwürdigung", lautet die unbegreifliche Begründung des Starregisseurs Bernardo Bertolucci. Mittlerweile sind beide Schauspieler verstorben. "Ich fühlte mich von Brando vergewaltigt", sagte Schneider in einem Interview im Jahre 2007.

Für ihre als "authentisch" interpretierte Reaktion auf den sexuellen Missbrauch wurde Schneider damals von Kritikern gefeiert. Das Video des Gesprächs mit dem Regisseur wurde am 5. Februar 2013 veröffentlicht und seitdem 675.000 Mal aufgerufen. Es habe so nicht im Drehbuch gestanden, beteuert sie.

Eine junge Frau liegt weinend auf dem Boden, ein älterer Mann auf ihr, hält ihre Arme fest, vergewaltigt sie. Brando starb im Jahr 2004.

Schneider bekam ihr Leben lang vor allem Filmangebote mit ähnlichen Sexszenen und wurde das Image der freizügigen jungen Französin nie los. 2011 starb sie im Alter von nur 58 Jahren am den Folgen einer langen Krankheit.

"Sie ist zu früh gestorben, bevor ich sie nochmals zärtlich umarmen und zumindest einmal um Entschuldigung hätte bitten können", sagte Bertolucci damals.

Fünf Jahre später nun gesteht der Italiener: "Ich habe ein schlechtes Gewissen". Er wisse, dass es "schrecklich für Maria" gewesen sei, sie nicht über die Pläne in Kenntnis zu setzen.

Seitdem äußerten zahlreiche Schauspieler aus Hollywood ihr Entsetzen über die Dreharbeiten in den Siebziger Jahren. Schauspielerin Jessica Chastain twitterte am Samstag: "An alle Menschen, die diesen Film lieben - ihr seht wie eine 19-Jährige von einem 48-jährigen alten Mann vergewaltigt wird". Der Regisseur hat diese Attacke geplant. Ich werde diesen Film, Bertolucci oder Brando von jetzt an mit anderen Augen sehen. Das ist mehr als widerwärtig.

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