Sonntag kein Streik - Piloten lehnen Lufthansa-Angebot ab

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit prüft derzeit das neue Tarifangebot für die Lufthansa-Piloten. Der Flugbetrieb läuft währenddessen normal. Quelle Reuters

Wie am Donnerstag würden erneut 60 Flüge gestrichen, teilte ein Lufthansa-Sprecher mit. Laut Lufthansa werden 137 Flüge gestrichen, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen. Ein Ende des Arbeitskampfes sei nicht absehbar, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, heute in Frankfurt.

Für gestrandete Fluggäste hatte die Airline vorsorglich Betten in umliegenden Hotels reserviert, die aber dank des Sonderflugplans praktisch nicht genutzt werden mussten, wie die Sprecherin sagte. Es ist der 14. Streik in der seit April 2014 schwelenden Tarifauseinandersetzung zwischen der Pilotengewerkschaft und der größten deutschen Airline. Mit dem Angebot knüpfe man an Gespräche mit der Vereinigung Cockpit (VC) aus dem September an. Betroffen seien rund 30.000 Passagiere, so dass sich die Gesamtzahlen für diese 14.

In den Terminals des Hamburger Flughafen herrschte am Donnerstag Leere: Die Passagiere hätten sich offensichtlich alle auf den Streik eingestellt und andere Wege gefunden, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Tag zwei des aktuellen Piloten-Streiks bei der Lufthansa: Auch heute fallen am Münchner Flughafen wieder rund 360 Starts und Landungen von Deutschlands größter Fluggesellschaft aus. Nach Angaben der Lufthansa waren am Mittwoch rund 2200 Flugtickets in Bahnfahrscheine umgewandelt worden.

Hohmeister sagte, er hoffe auf eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und erneuerte den Vorschlag einer Schlichtung. Solange "kein verhandlungsfähiges Angebot" von der Lufthansa komme, könne es immer wieder zu neuen Ausständen kommen. Betroffen sind allerdings nur die Kurz- und Mittelstrecken mit rund 100.000 Passagieren. Darin sind allerdings auch Flüge von Konzerngesellschaften enthalten, die nicht bestreikt werden, wie zum Beispiel Brussels, Swiss oder AUA. Die Langstreckenflüge würden hingegen "nahezu planmäßig" starten. Von den 19 Destinationen nach München und Frankfurt fallen drei Lufthansa-Flüge aus: zwei Flüge hin und retour nach München sowie ein Frühflug nach Frankfurt.

Ein um 4,4 Prozent höheres Gehalt ist den in der Vereinigung Cockpit organisierten Piloten der Lufthansa nicht genug. Die zusätzlichen Lufthansa-Passagiere könnten mit den regulären Zügen befördert werden. Mit längerer Streikdauer drohe mehr als nur ein finanzieller Verlust, den Geschäftsleitungsmitglied Harry Hohmeister zuletzt auf etwa 10 Millionen Euro täglich bezifferte. Allerdings liegen die Positionen weit auseinander: Cockpit verlangt rückwirkend ab Mai 2012 jährlich 3,66 Prozent mehr Geld. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter der Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.

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