Streik: Lufthansa lässt 912 Flüge am Donnerstag ausfallen

Streik: Lufthansa lässt 912 Flüge am Donnerstag ausfallen

München - Der Piloten-Streik bei der Lufthansa stellt die Passagiere von Deutschlands größter Airline auch in München auf eine Geduldsprobe.

912 Flüge am Donnerstag gestrichenAm Donnerstag werden nach Angaben der Lufthansa zunächst 912 Verbindungen gestrichen - darunter 82 auf der Langstrecke. Betroffen seien alle innerdeutschen und Europaflüge mit zusammen mehr als 100.000 Reisenden, teilte die Lufthansa mit.

Am Freitag konnten bislang zumindest die Langstreckenflüge "nahezu planmäßig" starten. Flüge der Lufthansa-Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden erneut nicht bestreikt, hieß es weiter. Lufthansa bezeichnet die Forderung der Piloten nach insgesamt 20 Prozent mehr Lohn als unverhältnismäßig und fordert die Arbeitnehmervertreter auf, das Schlichtungsangebot anzunehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. VC verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management weiter keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe.

Schon im September habe Lufthansa der Vereinigung Cockpit eine "Gesamtlösung" angeboten, betonte Volkens. Die Vereinigung Cockpit (VC) fordert rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Es ist bereits der 14. Streik, in der seit April 2014 schwelenden Tarifauseinandersetzung zwischen der Pilotengewerkschaft und der größten deutschen Airline.

Die Lufthansa kündigte einen Sonderflugplan auch für den Freitag an. Im Einzelnen sah das Angebot 4,4 Prozent Gehaltsteigerungen in zwei Stufen bis Mitte 2018 vor.

Die Lufthansa-Piloten haben das jüngste Tarifangebot der Lufthansa abgelehnt. So fallen laut Lufthansa zehn Verbindungen zwischen Zürich und Frankfurt aus.

Kunden können über die Homepage der Airline aktuelle Informationen abrufen. Damit durchkreuzten die beiden Streiktage die Reisepläne von 215.000 Lufthansa-Passagieren. Im Frankfurter Terminal standen zudem wieder Feldbetten für Transit-Fluggäste, die ohne Visum nicht in den Schengen-Raum einreisen dürfen.

Eine erfolgreiche Forderung in dieser Höhe würde die Gewerkschaft überschulden.

In den Terminals des Hamburger Flughafen herrschte am Donnerstag Leere: Die Passagiere hätten sich offensichtlich alle auf den Streik eingestellt und andere Wege gefunden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Bisher können die Lufthansa-Piloten mit 55 Jahren in einen bezahlten Vorruhestand gehen.

Der Verband Deutsches Reisemanagement warf der VC vor, mit der Ausdehnung des Streiks einen immensen Schaden für die deutsche Wirtschaft in Kauf zu nehmen. Wegen des seit Mittwoch laufenden Ausstands werde es auch noch "vereinzelte Streichungen" auf Kurz- und Mittelstrecken geben, erklärte das Unternehmen.

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