Luftverkehr | Lufthansa streicht für morgen 912 Flüge

Auf den Abflugtafeln prangte oft die Ansage "annulliert" - für Flüge von Birmingham bis Wien.

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa geht am Freitag und Samstag weiter.

Wenn Abflug oder Ankunft des alternativen Flugs an einem anderen Flughafen erfolgt als dem, der in der Buchung angegeben ist, haben Passagiere Anspruch auf Beförderung dorthin. Für sie reservierte die Airline vorsorglich 4.000 Hotelzimmer und stellte 400 Notbetten auf.

Die Gewerkschaft verteidigte den neuen Streik. Vereinzelt könnten aber noch Verbindungen wegen des vorherigen Streiktages ausfallen.

Damit wird eine weitere Verlängerung des am Mittwoch begonnenen Streiks über morgen hinaus wahrscheinlicher. An beiden Streiktagen zusammen seien rund 215 000 Passagiere betroffen. Auch am Freitag soll weiter gestreikt werden, wie die VC ankündigte. Für Passagiere, die aufgrund fehlender Visa nicht nach Deutschland einreisen dürfen, seien im Frankfurter Terminal zudem rund 400 Feldbetten aufgebaut worden. Die Pilotengewerkschaft hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. "Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister der Mitteilung zufolge.

Bei Europas größtem Luftverkehrskonzern Lufthansa hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Streiks gegeben - nicht nur bei den Piloten. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti werden nicht bestreikt. In der gesamten Lufthansa-Gruppe fänden am Donnerstag 2.088 von rund 3.000 geplanten Flügen statt, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Lufthansa riet Kunden, sich auf der Internetseite lh.com zu informieren. Hintergrund sind Forderungen zum Gehalt von rund 5.400 Piloten. Insgesamt also eine Erhöhung von 18,3 Prozent. Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung der VC über den Fünfjahreszeitraum von 22 Prozent.

Die in der VC organisierten Piloten hatten die Fluglinie seit der Nacht mit ihrem mittlerweile 14. Streikzum Großteil lahmgelegt.

VC-Sprecher Jörg Handwerg hatte zuvor gesagt, erklärtes Ziel der Piloten sei es, von der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten. Ob bei einem Ausstand am Donnerstag ebenfalls rund 100'000 Kunden betroffen sein könnten, war nach Angaben der Lufthansa zunächst unklar. Die Lufthansa setzt die Gewerkschaft unterdessen unter finanziellen Druck. Eine zwischenzeitlich ruhende Schadenersatz-Klage über 60 Millionen Euro werde nun wieder weiterverfolgt, erklärte ein Sprecher in Frankfurt.

Die bislang letzte Verhandlungsrunde im seit April 2014 laufenden Tarifkonflikt wurde im September 2015 abgebrochen, nachdem das Landesarbeitsgericht Hessen einzelne Streikziele als rechtswidrig eingeschätzt hatte.

Die Gewerkschaft reagierte am Donnerstag verärgert auf Äußerungen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der eine Gehaltserhöhung als Gefahr für die Zukunft des Unternehmens dargestellt habe. Zugleich habe Lufthansa im fraglichen Zeitraum fünf Milliarden Euro Gewinn gemacht und Vergütungen für Vorstände und Aufsichtsräte deutlich erhöht.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) kritisierte die harte Haltung der VC.

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