Kreise: Einigung bei Verhandlungen um Werkstattkette ATU

Der angeschlagenen Werkstattkette ATU droht die Insolvenz

ATU hat nach dem Ausbau seines Filialnetzes den Einstieg in den Online-Handel verschlafen, dazu kamen mehrere Managerwechsel und Verkäufe des Unternehmens, das ließ die Werkstattkette ins finanzielle Schlingern geraten.

"Die Kuh ist vom Eis. Bei den Verhandlungen in New York wurde in letzter Sekunde eine Einigung erzielt", sagte Kurt Seggewiß am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Machtpoker habe bis zum Schluss gedauert, sagte Oberbürgermeister Seggewiß, in dessen Stadt ATU seinen Hauptsitz hat. Firmen-Chef Jörn Werner wendete sich in einer Mail an alle 10 000 Mitarbeiter.

"In allerletzter Sekunde hat die Deutsche Bank eingelenkt". Zu Details wollte er sich nicht äußern.

ATU hat in Berlin laut Firmenhomepage 22 Filialen, in Brandenburg 16. Für das Geschäftsjahr 2016/17 hatte A.T.U. einen Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro angepeilt, was nach Jahren schrumpfender Erlöse erstmals wieder einen leichten Anstieg bedeuten würde. Größter Kostenblock für die Werkstatt-Kette sind die hohen Mieten.

Ursprünglich hatte es bereits im September eine Lösung gegeben. Durch die Übernahme soll die Zukunft der Werkstattkette gesichert werden. Nach Unternehmenskreisen musste A.T.U. für diese Filialen bis zu 12 Euro Miete pro Quadratmeter zahlen. Damit war ATU Anfang 2014 finanziell saniert, im dem Zuge wurden 1.700 Arbeitsplätze abgebaut. Nachdem die Immobiliengesellschaften marktübliche Mieten in Aussicht gestellt hatten, forderten sie eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro. Die Werkstattkette aus Weiden ist im Besitz von mehreren Hedgefonds wie dem US-Unternehmen Centerbridge; sie waren 2013 durch einen Tausch von Schulden in Anteile bei A.T.U eingestiegen und hatten den Finanzinvestor KKR als Eigentümer abgelöst.

"Ich habe kein Verständnis für Machtpoker auf dem Rücken der Arbeitnehmer".

München/WeidenNach der Einigung im Verkaufspoker um die angeschlagene Autowerkstattkette ATU mit rund 10.000 Beschäftigten soll die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden. Eine Pleite des bayerischen Unternehmens kurz vor Weihnachten hätte Aigner politisch belasten.

Am 17. November war bei ATU deshalb eine Notgeschäftsführung eingesetzt worden. Nur sie schützt ATU nach dem Insolvenzrecht davor, wegen Überschuldung in Insolvenz zu gehen. Eine Frist für eine Einigung galt bis Donnerstag um Mitternacht.

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