Festnahme von Marcel Heße: Wer ist der verbrannte Tote?

19-Jähriger brüstet sich im Internet mit Mord an neunjährigem Nachbarsjungen

Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen mit großem Druck nach dem 19-Jährigen gefahndet. In weißen Schutzanzügen und mit Mundschutz betraten Kriminaltechniker das Mehrfamilienhaus in der Sedanstraße, in dem nach dem Brand die Leiche gefunden wurde. Christopher wollte zur Polizei gehen.

Der neun Jahre alte Jaden war dort am Montagabend erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde das Kind mit mehreren Messerstichen getötet. Die Aufnahmen machen selbst Ermittler fassungslos. Diese Fotos sind eventuell dem gesuchten Marcel Heße zuzuordnen. Fast zeitgleich trifft am Tatort der Stiefvater ein, der nach Angaben des Anwalts nach Jaden gesucht hat. Erneut bitten sie darum, nicht selbstständig tätig zu werden, wenn man glaubt, Marcel H. identifiziert zu haben. Der Leiter der Mordkommission, Klaus-Peter Lipphaus, beschrieb den 19-Jährigen als emotionslos: "Er diktiert den Kollegen", "eiskalt". "Eine Vorsichtsmaßnahme, wir nehmen jeden Hinweis aus der Bevölkerung ernst", heißt es von der Polizei. Bei seiner Festnahme gab er den Ermittlern den Hinweis zu dem Feuer in einem nahegelegenen Haus. Bislang ist nach Polizeiangaben auch nicht bekannt, welche Beziehung der mutmaßliche Täter zu dem Mann hatte, dessen Leiche in den Ruinen einer brennenden Wohnung entdeckt wurde. Marcel H. ist laut den Ermittlern eindeutig darauf zu erkennen und habe Gedanken an einen Suizid angedeutet.

Die Suche: Die Behörden fahndeten bundesweit nach dem Verdächtigen.

Bisher sind laut Polizei (Stand: 16 Uhr) 1416 Hinweise auf Marcel Heße eingegangen. Unter anderem wurden eine Schule in Wetter (Ruhr) und ein Krankenhaus in Mönchengladbach durchsucht - beides vergeblich.

Der mutmaßliche Mörder des neunjährigen Jaden stellt sich der Polizei. Weiterhin gilt natürlich: Wer glaubt, den Verdächtigen gesehen zu haben oder Angaben zu seinem aktuellen Aufenthaltsort machen zu können, sollte sofort die 110 wählen und die Beobachtung konkret schildern.

Im Zuge der Ermittlungen nach dem Kindermord von Herne hat die Polizei am Donnerstag eine digitale Audiobotschaft mit Schilderungen zu der Tat ausgewertet. Ein Großaufgebot sei vor Ort gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auffallend sei die Gefühlskälte.

Update 21.52 Uhr: Im Zusammenhang mit der Festnahme im Mordfall Jaden sind zwei weitere Tote bekannt geworden. Ebenfalls offen ist die Frage, was den Mann mit dem Festgenommenen verbindet.

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