Frankfurt: Zehntausende Kurden demonstrieren gegen Erdogan - und zeigen

Türkische Flagge Quelle über dts Nachrichtenagentur

Die Demonstranten seien Unterstützer einer Terroristengruppe, so ein Sprecher von Präsident Erdogan, die Behörden hätten die Demonstration nicht genehmigen sollen.

Die türkische Regierung hat gegenüber dem deutschen Botschafter ihren Unmut wegen der kurdischen Demonstration in Frankfurt am Main bekundet. Wie eine Polizeisprecherin sagte, waren auch zahlreiche Fahnen und Plakate mit Abbildungen verbotener Symbole sowie Bilder des Chefs der ebenfalls verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, zu sehen. Insbesondere bemängelt wurde das Verbot, Porträts von PKK-Chef Öcalan öffentlich zu zeigen.

Die Polizei hatte Demonstranten vergeblich aufgefordert, diese Fahnen wieder einzurollen, und daraufhin Videoaufnahmen angekündigt.

Trotzdem wurden etliche Straftaten verzeichnet: Zeigen verbotener Symbole. Die Polizei habe nicht schon während der Kundgebung eingegriffen, um keine Eskalation zu riskieren. In einem solchen Fall gelte die Regel "Gefahrenabwehr vor Strafverfolgung". Erdogan hatte erst vor kurzem der Bundesregierung vorgeworfen, sie unterstütze Terroristen der PKK. "Gestern hat Deutschland seinen Namen unter einen weiteren Skandal gesetzt", sagte er dazu. Die türkische Regierung reagierte mit Empörung auf die Demonstration. "Wir verurteilen dieses unaufrichtige Verhalten."Der deutsche Botschafter sei am Samstag einbestellt worden, die Vorfälle seien "auf das Schärfste verurteilt "worden, erklärte der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin gegenüber Sender CNN-Türk".

Etwa 30.000 Menschen hatten am Samstag in Frankfurt am Main friedlich für "Demokratie in der Türkei" und "Freiheit für Kurdistan" demonstriert. Es zeuge von Doppelmoral, wenn auf der Kundgebung illegal Symbole der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gezeigt werden könnten, während zugleich türkische Minister daran gehindert würden, in Deutschland Wahlkampf zu machen, hieß es in der Erklärung des türkischen Außenministeriums.

Die Polizei verzichtete aber nach eigenen Angaben auf Beschlagnahmungen, um einen friedlichen Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten.

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