Razzia als Kampfansage gegen Audi im Abgasskandal

Fertigungsmechanikerin an einem Fließband im Audi Werk in Ingolstadt

Es bestehe der Verdacht, dass in diese Kraftfahrzeuge technische Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut wurden, um die US-amerikanischen Abgasgrenzwerte einzuhalten, hieß es. Der europäische Markt ist nicht betroffen. An den Durchsuchungen der Audi-Zentrale in Ingolstadt und des Audi-Werks Neckarsulm sowie an weiteren Orten nahmen mehrere Staatsanwälte und Beamte verschiedener Landeskriminalämter teil. Die Ermittler sicherten unterdessen weiter Daten, was laut Staatsanwaltschaft noch bis Freitag dauern könnte. Wie das "Handelsblatt" berichtete, waren im Zuge der Razzia auch Räume der von VW mit internen Ermittlungen beauftragten US-Kanzlei Jones Day durchsucht worden.

In seiner Rede sagte Stadler, die Aufarbeitung des Abgasskandals sei noch lange nicht abgeschlossen.

In Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wurden Räume des Konzerns durchsucht.

Laut der Süddeutschen, die sich auf Insider aus der Justiz beruft, hatten die Ermittler erst Anfang der Woche von dem Termin der Jahrespressekonferenz erfahren. Eine Verlegung der Aktionen sei nicht mehr möglich gewesen. Die Staatsanwaltschaft München erkannte darin "gewichtige und relevante Erkenntnisse" auch zum Komplex "Abgasaffäre und Audi": nämlich, dass Audi ab 2006 einen Dieselmotor für den US-Markt entwickelt habe, der in Fahrzeugen von Audi, VW und Porsche verwendet worden sei und der ein sogenanntes "Defeat Device" enthält.

Volkswagen-Chronik: Vom sauberen Auto zum schmutzigen Skandal © F.A.Z.

Laut den Medienberichten begann die Polizei mit ihrer Durchsuchung gegen 7 Uhr, etwa drei Stunden vor der Jahrespressekonferenz von Audi.

Der Aufsichtsrat hatte Stadler Ende Februar öffentlich den Rücken gestärkt.

Man wolle anhand der gefundenen Unterlagen nachverfolgen, "ob die Entwicklung der Software zur Manipulation von Abgaswerten in Deutschland stattgefunden hat" und möglicherweise "von der Audi AG gesteuert wurde", sagte Oberstaatsanwältin Andrea Grape gegenüber Focus Online. Die Audianer träten "mit aller Entschlossenheit dafür ein", dass ein solcher Skandal nie wieder passiere. Alles in allem sank 2016 der Gewinn im laufenden Geschäft um 5,6 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.

Unterm Strich brach der Gewinn um mehr als die Hälfte ein auf knapp 2,1 Mrd. Das Bekenntnis dort war im Übrigen auch der Anlass für die deutschen Behörden, nun gegen die VW-Tochter zu ermitteln. Das entspricht einem Minus von 1,1 Prozent, wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz legte dank eines Absatzrekords von 1,87 Millionen verkauften Autos zwar um 1,5 Prozent zu. In China ließ ein Streit mit Händlern die Verkäufe einbrechen.

Vorwürfe gegen Renault: Die Franzosen sollen seit 25 Jahren bei Abgasteste betrügen.

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