Abgasaffäre: Großrazzia in Audi-Zentrale und Wohnungen

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Die Staatsanwaltschaft in München nimmt wegen der Abgasaffäre Audi-Manager ins Visier.

Die Staatsanwaltschaft München II begründete ihre Razzien mit einem Betrugsverdacht im Dieselskandal begründet.

Deshalb wurden Standorte von Audi in Ingolstadt und Neckarsulm sowie an weiteren sieben Orten durchsucht. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Durchsuchung habe kurz vor der Jahrespressekonferenz mit Audi-Chef Rupert Stadler begonnen.

Während der Jahrespressekonferenz von Audi haben mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale des Autobauers, weitere Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Außerdem werde geprüft, ob Audi in Zusammenhang mit dem Verkauf von rund 80.000 Autos, die mit von Audi entwickelten V6-3,0-Liter-Dieselmotoren ausgestattet sind, in den USA zwischen 2009 und 2015 "strafbare Werbung" betrieben habe. Jones Day war im Herbst 2015 von VW beauftragt worden, den Abgasskandal aufzuarbeiten. Die Audi-Geschäfte in Europa seien nicht davon betroffen. Hintergrund sind die Abgasmanipulationen an Dieselautos in den USA.

"Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden, da wir selbst grosses Interesse an der Aufklärung des Sachverhalts haben", erklärte der Audi-Sprecher. Audi-Chef Stadler musste innerlich gekocht haben, doch er ließ sich nichts anmerken. Ob sich die Fahnder in seinem Büro umsahen, ließ er offen. Allerdings gibt es Zweifel daran, dass Stadler der richtige Mann für die Aufarbeitung ist. Er verwies darauf, dass zwei Entwicklungschefs gehen mussten.

Man wolle anhand der gefundenen Unterlagen nachverfolgen, "ob die Entwicklung der Software zur Manipulation von Abgaswerten in Deutschland stattgefunden hat" und möglicherweise "von der Audi AG gesteuert wurde", sagte Oberstaatsanwältin Andrea Grape gegenüber Focus Online. Das operative Ergebnis sackte 2016 in der Folge um 37 Prozent auf rund drei Mrd.

Nach der Dieselkrise "stellen wir bei Audi jetzt alles auf den Prüfstand" und können "Dinge weglassen, die uns lieb und geläufig geworden sind".

Neben dem Dieselskandal macht Audi der Streit mit Autohändlern in China zu schaffen. Und bereits im Februar verkaufte Audi wieder weniger Autos als im Vorjahr und weniger als die Konkurrenz. Der Umsatz soll leicht steigen, die Umsatzrendite höher als acht Prozent bleiben. 2018/2019 soll das erste reine Elektroauto mit den vier Ringen auf den Markt kommen, das keinen zusätzlichen Verbrennungsmotor besitzt.

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