Abgasskandal: VW bekennt sich vor US-Gericht für schuldig

Bild vergrößern Volkswagen bekennt sich schuldig und akzeptiert Vier-Milliarden-Strafe

Volkswagen hat sich in den USA formell des Betrugs bei den Abgaswerten von Dieselfahrzeugen schuldig bekannt und damit eine Vereinbarung mit den dortigen Justizbehörden umgesetzt. VW räumt Betrug, Verstöße gegen Umwelt- und Einfuhrgesetze sowie Behinderung von Ermittlungen ein. Damit hat VW die Voraussetzung dafür geschaffen, dass ein im Januar mit der Justiz ausgehandelter Vergleich in Kraft treten kann.

Auch strafrechtlich ist der Skandal für Volkswagen in den USA längst nicht abgehakt.

Richter Cox will am 21. April bekanntgeben, ob er der Einigung mit dem Justizministerium zustimmt. Einer von ihnen sitzt seither in den USA in Untersuchungshaft. Verantwortlich gemacht dafür werden Manager unterhalb des Konzernvorstands.

Als Teil des Kompromisses, der im Jänner erzielt wurde, muss Volkswagen sein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Vorschriften verbessern und sich für drei Jahre einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen. Dafür entsenden die USA einen Aufpasser nach Wolfsburg, der Zugang zu Dokumenten erhalten und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Hinzu kommen 1,5 Milliarden Dollar an zivilrechtlichen Bußgeldern.

USA verklagen VW im Abgasskandal. Dann könnten womöglich weitere Personen zur Rechenschaft gezogen werden. Parallel zu den internen Untersuchungen ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen mehrere Beschuldigte wegen Abgasbetrugs, darunter auch den ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, bei Dieselautos eine Software eingebaut zu haben. Die Wolfsburger hatten 18 Milliarden Euro für die weltweite Abwicklung des Skandals zurückgestellt. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Ausstoß an gesundheitsschädlichem Stickoxid um ein Vielfaches höher.

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