Audi-Manager im Visier der Ermittler

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler | Bild

Auch die Wolfsburger VW-Zentrale bekam Besuch von den Ermittlern. Die Staatsanwaltschaft München II hat nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung eingeleitet.

Audi, VW und Porsche hatten in den USA rund 83 000 Autos mit Audi-Dieselmotoren und einer dort illegalen Software verkauft, die niedrigere Abgaswerte angibt.

Absatzgeschäfte auf dem europäischen Markt seien nicht Gegenstand der Ermittlungen, da laut den bisher vorliegenden Auskünften des Kraftfahrt-Bundesamtes insoweit eine unzulässige Beeinflussung von Abgaswerten nicht festgestellt werden könne.

"Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden, da wir selbst großes Interesse an der Aufklärung des Sachverhalts haben", erklärte der Audi-Sprecher.

Bereits bei der Jahrespressekonferenz des VW-Konzerns am Dienstag in Wolfsburg musste sich Stadler von Journalisten die Frage gefallen lassen, warum er noch immer an seinem Chefposten klebt. Die Audianer träten "mit aller Entschlossenheit dafür ein", dass ein solcher Skandal nie wieder passiere. Begonnen hatte die Razzia drei Stunden vor Beginn der Pressekonferenz. Die "SZ" berichtete unter Berufung auf Informationen aus Justizkreisen, die Ermittler hätten erst Anfang der Woche von dem Termin der Jahrespressekonferenz erfahren. Zu diesem Zeitpunkt aber waren die Vorbereitungen für die Durchsuchungen an neun Orten in drei Bundesländern schon abgeschlossen. Eine Verlegung der Aktionen sei nicht mehr möglich gewesen.

Wo sonst nur Modelle der zwölf VW-Konzernmarken parken, stehen plötzlich mehrere BMW- und Ford-Fahrzeuge mit Münchner Kennzeichen. Unter anderem mussten die früheren Entwicklungschefs Ulrich Hackenberg und Stefan Knirsch gehen. Zu seiner Person habe der Aufsichtsrat "eine klare Aussage" gemacht. Einige dieser Praktiken seien schon 1990 eingeführt worden. Der Dieselskandal werde die Bilanz allerdings weiterhin belasten. Euro in Zusammenhang mit womöglich fehlerhaften Airbags des japanischen Herstellers Takata. Das operative Ergebnis brach dennoch um 37 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ein. Der Diesel-Skandal habe Audi bislang 1,86 Milliarden Euro gekostet, weitere Rückstellungen seien nicht mehr notwendig, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek. Der Absatz ging im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent zurück.

Erfreulich entwickelt sich für Audi der Absatz in den USA, doch die Zukunft ist unsicher: Ein halbes Jahr bevor Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, lief die Audi-Q5-Produktion im mexikanischen Werk San José Chiapa an. Der Umsatz soll leicht steigen und die Umsatzrendite über 8 Prozent bleiben.

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