Brasilien bemüht sich im Fleischskandal um Schadenbegrenzung

Unter Verdacht BRF-Werk in Chapeco Bild AFP

Im Skandal um Hygienemängel und Bestechungsfälle in der brasilianischen Fleischindustrie bemüht sich Staatspräsident Temer um Schadensbegrenzung. Brasilien ist der größte Fleischexporteur und liefert in knapp 160 Länder.

Die Europäische Union forderte von den brasilianischen Behörden eine Garantie, kein verdorbenes Fleisch zu erhalten. Wie bekannt wurde, soll vergammeltes Fleisch mit chemischen Mitteln wieder ansehnlich gemacht und zurück in den Verkauf gebracht worden sein. Der Skandal könnte weitreichende Folgen für die Wirtschaft des Landes haben. Er sagte, die Regierung sei sich sicher, dass die Qualität des Fleischs stimme.

Ihnen müsse die Exportgenehmigung für die EU entzogen werden. Präsident Temer berief mehrere Krisensitzungen ein und traf sich mit den Botschaftern aus wichtigen Empfängerländern.

Der Skandal habe zwar "große Besorgnis" ausgelöst, gestand Temer in einer Ansprache vor den Botschaftern ein. Betroffen seien 21 von rund 4.800 Fleischverarbeitern und 33 von mehr als 11.000 Kontrolleuren. Die Regierung betonte, alle Produktionsstätten stünden ausländischen Inspektoren offen.

Die Affäre war am Freitag nach zweijährigen Ermittlungen der Polizei publik geworden.

Um über die illegalen Praktiken hinwegzusehen, sollen dutzende Mitarbeiter der brasilianischen Gesundheitsbehörden bestochen worden sein. Im Rahmen der Ermittlungen wurden bislang mindestens 30 Menschen festgenommen und drei Betriebe geschlossen. Zu den größten Abnehmern gehören Saudi-Arabien, China, Japan, Russland und Italien. Die USA hatten erst vergangenes Jahr Frischfleisch-Importe aus Brasilien akzeptiert. Nach Angaben der Behörden wurden in einigen Fällen krebserregende Stoffe beigemischt, um den Geruch des verdorbenen Fleisches zu überdecken. Für Verunsicherung bei den Konsumenten sorgten ausserdem Berichte, dass einigen Hühnerfleischprodukten Pappe beigemischt wurde.

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