Erdogan wirft Merkel persönlich "Nazi-Methoden" vor

Die Türkei macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Der Chef des Bundesnachrichtendienst sieht das jedoch anders

"Wer jetzt weiter mit Erdogan paktiert, handelt in hohem Maß unverantwortlich". Der Chef des Bundesnachrichtendienst (BND) sieht das jedoch anders. "Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister- Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen", sagte der türkische Präsident. Erdogan hatte am Sonntag Merkel persönlich Nazi-Methoden sowie Unterstützung des Terrors vorgeworfen.

Wie kann es nun weitergehen, mit den deutsch-türkischem Beziehungen?

"Du benutzt gerade Nazi-Methoden". Das Verhältnis zu Deutschland wird zusätzlich durch die Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel belastet".

Manfred Weber (CSU), Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, wies die erneuten Ausfälle Erdogans scharf zurück. "Gott sei Dank ist er festgenommen worden". Sie verweist darauf, dass der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim dies Bundeskanzlerin Merkel bereits Anfang März zugesagt habe. Kürzlich hatte Erdogan Deutschland die "Unterstützung von Terroristen "vorgeworfen".

Für Verstimmung sorgte bei der türkischen Regierung auch eine kurdische Demonstration mit rund 30.000 Teilnehmern in Frankfurt am Main anlässlich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz. Die Vorfälle seien "auf das Schärfste "zu verurteilen, erklärte ein Sprecher Erdogans".

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte eine Einbestellung des deutschen Botschafters indes nicht bestätigen. Er reagiert auf Aussagen von BND-Präsident Bruno Kahl, dass die türkische Regierung den Putsch nur als Vorwand für Säuberungen im Staatsapparat genutzt hätte. Gabriel sagte unserer Berliner Redaktion: "Wir sind tolerant, aber wir sind nicht blöd". Schon mehrfach wurde in Ankara der Vorwurf laut, Deutschland gehe nicht deutlich genug gegen Gülen-Anhänger vor. Gülen, der im Exil in den USA lebt, bestreitet jegliche Verwicklung in den Putschversuch vom Juli. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er: "Die Türkei hat auf den verschiedensten Ebenen versucht, uns davon zu überzeugen". Das ist ihr aber bislang nicht gelungen."Auch sieht Kahl die Gülen-Bewegung weder islamisch-extremistisch noch terroristisch".

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