Gammelfleischskandal erschüttert "Exportweltmeister" Brasilien

Unter Verdacht BRF-Werk in Chapeco Bild AFP

Sie sollen den Verkauf grosser Mengen von Gammelfleisch, das mit noch haltbarem Fleisch gemischt worden war, organisiert haben.

Nach der Aufdeckung eines Gammelfleischskandals in Brasilien stoppen mehrere Länder ihre Importe aus dem Land. Rund 1100 Polizisten seien an den landesweiten Ermittlungen beteiligt.

Ein Gammelfleischskandal erschüttert den größten Fleischexporteur der Welt, Brasilien. Das Landwirtschaftsministerium feuerte 33 Beamte. Zu den verdächtigen Betrieben gehören JBS, der weltweit größte Verarbeiter von Rindfleisch, und der Großkonzern BRF Foods. Ob und welche Mengen davon auch in den Export gegangen sind, war zunächst noch unklar.

Abgelaufenes und vergammeltes Fleisch sei mit chemischen Produkten wieder ansehnlicher gemacht und zurück in den Verkauf gebracht worden. Auch seien Schweinsköpfe zu Wurst verarbeitet worden. Die Europäische Union, China und die USA verlangten dazu Informationen. Nach Angaben der Behörden wurden in einigen Fällen krebserregende Stoffe beigemischt, um den Geruch des verdorbenen Fleisches zu überdecken.

Der einflussreiche Landwirtschaftsverband CNA forderte eine strenge Untersuchung. Um das Vertrauen in das brasilianische Fleisch wieder zu stärken, ging Temer anschließend mit den Vertretern der Botschaften in eine Churrascaria, wo gegrilltes Fleisch und Caipirinha serviert wurden.

Die Regierung betont, von den insgesamt über 4800 Fleischproduktionsstätten im Land stünden nur 21 unter Verdacht. Die Fleischbranche ist einer der wenigen florierenden Wirtschaftssektoren in dem rezessionsgeplagten Land.

Die Bundespolizei war dem Skandal durch abgehörte Telefonate auf die Spur gekommen. Verdorbenes Fleisch und gefälschte Zertifikate habe es aber nur in "sehr wenigen Betrieben" gegeben. Für Verunsicherung bei den Konsumenten sorgten ausserdem Berichte, dass einigen Hühnerfleischprodukten Pappe beigemischt wurde.

Die Behörden müssten sicherstellen, dass in den Skandal verstrickte Firmen kein Fleisch in die Europäische Union liefern, sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

Ein hochrangiger Vertreter des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums erklärte, bei den Verstößen handele es sich um vereinzelte Taten. Von diesen hätten aber lediglich sechs in den vergangenen 60 Tagen Fleisch exportiert, teilte die Regierung am Sonntagabend (Ortszeit) in Brasilia mit.

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