Mordfall Peggy NSU-Terrorist Böhnhardt unschuldig - Kopfhörer sorgt für Verwirrung

In diesem Waldstück wurden die sterblichen Überreste von Peggy gefunden

Ebner sagte, in dem Fall werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Erst 15 Jahre später tauchten dann Teile ihres Skeletts in einem Waldstück in Thüringen auf: Rund 20 Kilometer entfernt von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken fand ein Pilzsammler im vergangenen Sommer Knochen des Mädchens. Nun hat sich offenbar die Verunreinigung der DNA-Spuren bestätigt. Außerdem hat er eine Kunststoffbeschichtung. Dieser gilt als eines der Kernmitglieder der rechtsradikalen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).

Dieses zwölf mal vier Millimeter große Teilchen habe inzwischen zweifelsfrei einem Kopfhörer Böhnhardts zugeordnet werden können, sagte Kriminaloberrat Uwe Ebner, der Leiter der Soko Peggy.

Zeitlich könne man den "Spurenübertrag" gut eingrenzen, sagte Ebner.

Mit diesen neuen Erkenntnissen bleibt einer der spektakulärsten Vermisstenfälle Deutschlands weiter ungeklärt. Aufgrund der nun vorliegenden Untersuchungs- und Ermittlungsergebnisse sowie deren Bewertung schließen die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die SOKO Peggy aus, dass die DNA-Spur des im November 2011 in einem Wohnmobil in Eisenach verstorbenen Uwe Böhnhardt mit dem Tod von Peggy Knobloch in Verbindung steht.

Man könne auf Grund von Gutachten, kriminaltechnischen Analysen sowie Ermittlungen absolut sicher sein, dass das Textilteilchen aus dem Kopfhörer nicht jahrelang neben der Leiche des Mädchens gelegen habe, betonte Uwe Ebener, Leiter der SOKO Peggy sowie des Polizeipräsidiums Bayreuth.

Sowohl an dem Stückchen Stoff als auch am Kopfhörer aus dem Wohnmobil sei die "DNA mit den gleichen Identifizierungsmerkmalen" gewesen.

An der Leiche der Schülerin Peggy werden DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. Von da wurde die Leiche ins rechtsmedizinische Institut nach Jena transportiert. Vermutlich befand sich das Stoffstück an einem Spurensicherungsgerät - das ist noch nicht vollständig geklärt.

Laut Staatsanwaltschaft gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt. Mehrere der dort in Rodacherbrunn eingesetzten Ermittler arbeiteten auch beim Fall Böhnhardt mit. Ohne dass es jemand bemerkt hätte. Wie genau das genetische Material Böhnhardts an den Fundort von Peggy kommen konnte, soll erst mithilfe einer weiteren Untersuchung festgestellt werden. Die Ermittlungen gehen weiter. Dies sagte Staatsanwalt Daniel Götz.

Dass die Böhnhardt-Spur absichtlich nachträglich eingebracht wurde, ist laut Ebner auszuschließen. Zudem lag Peggys Wohnort Lichtenberg auf dem Weg vom NSU-Versteck in Zwickau zu den Mord-Schauplätzen in Nürnberg und München. Es führe keine Spur in den "Lebensraum" von Peggy so Staatsanwalt Götz. Auch Ebner sagte am Mittwoch während der Pressekonferenz mit völlig versteinerter Miene, dass so etwas nicht passieren dürfe.

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