Südkoreas Präsidentin des Amtes enthoben, Zwei Tote bei Demos

Aus Sicht der acht Verfassungsrichter hat Park es zugelassen, dass ihre langjährige Freundin Choi Soon Sil sich in Regierungsgeschäfte, einschließlich Personalentscheidungen und der Durchsicht geheimer Dokumente, einmischte. Die Börse in Seoul reagierte erleichtert auf das Urteil. Auf die durch Parlament und Medien erhobenen Anschuldigungen habe sie mit einer Verschleierungstaktik reagiert und sei gegen ihre Kritiker vorgegangen. Das Vorgehen Parks habe den Geist der Demokratie und den Rechtsstaat "ernstlich geschädigt", sagte der Vorsitzende Richter Lee Jung Mi bei der Urteilsbegründung in Seoul. Die inzwischen inhaftierte Präsidentenfreundin soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern.

Dagegen warf das Verfassungsgericht Park vor, in ihrer gesamten Amtszeit gegen die Verfassung und das Gesetz verstoßen zu haben. Choi, Tochter eines früheren Sektenführers und Förderers Parks, hatte nie ein öffentliches Amt inne.

Das Gericht hatte die Präsidentin wegen einer Korruptionsaffäre offiziell des Amtes enthoben. Der Chef der Samsung-Gruppe, Jay Y. Lee, befindet sich deswegen in Untersuchungshaft. Ein Anwalt Parks äußerte "tiefes Bedauern" über das Urteil. Am Freitag waren zwei ältere Teilnehmer ums Leben gekommen. Ein 72-jähriger Mann sei mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden und dort gestorben. Er sei offensichtlich aus einem Polizeibus gefallen, meldete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Details gab es zunächst nicht.

Zwischen Demonstranten und Polizisten, die das Gerichtsgebäude abriegelten, kam es den Berichten zufolge zu Zusammenstößen. Hunderte von Anhängern - die meisten von ihnen ältere Menschen - hatten bereits am Donnerstag bei Kundgebungen vor dem Gericht gefordert, dass Park wieder ihre Amtsgeschäfte übernehmen solle. Der Skandal wühlte das Land schon seit Monaten auf. Die Richter hofften, dass das "politische Chaos" durch das Urteil ein Ende nehme. Die Landeswährung Won legte zum Dollar etwas zu. Sie ist nun auch die erste Frau an der Spitze eines Staates, die durch ein Amtsenthebungsverfahren entmachtet wurde. Der neue Präsident habe die Möglichkeit, Reformen aufzulegen, erklärten die Analysten der Ratingagentur Moody's.

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