Großbritannien stellt EU-Austrittsantrag am 29. März

Sebastian Kurz ist heut ezu Gesprächen in London

Und ob Zollunion oder ein weniger enger Freihandelsvertrag - dass die Briten sich auch dann stark an EU-Binnenmarktregeln und Brüsseler Vorschriften halten müssen, ist sehr wahrscheinlich.

Wie erfolgt die Austrittserklärung? Die EU-Kommission sagte, die EU erwarte an dem Tag einen "Brief" aus London, in dem der Austritt offiziell erklärt wird.

Am Samstag kommen die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 EU-Mitgliedsländer zur Erinnerung an den 60. Jahrestag der Römischen Verträge in der italienischen Hauptstadt zusammen.

Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union wird voraussichtlich im März 2019 enden. Eine Verlängerung ist möglich, müsste aber einstimmig von den 27 Mitgliedstaaten gebilligt werden. Nur so sei sichergestellt, dass die 27 verbleibenden EU-Staaten und das EU-Parlament genug Zeit hätten, um sich über das Ergebnis der Verhandlungen zu beraten und um darüber abzustimmen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk meldete sich via Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort.

May, die die Regierungsgeschäfte in der Folge des Brexit-Votums übernommen hatte, hatte sich zunächst Zeit mit dem Austrittsantrag gelassen, um die Verhandlungen mit der EU besser vorbereiten zu können. Danach muss noch ein Mandat für die Gespräche als Gesetz verabschiedet werden.

Auch gehen die Vorstellungen darüber, was verhandelt werden soll, weit auseinander. Geführt werden die Verhandlungen durch den Brexit-Beauftragten der EU-Kommission, den Franzosen Michel Barnier.

Ein hochkomplexes und heikles Thema sind die Rechte der fast drei Millionen EU-Ausländer in Großbritannien. Betroffen sind drei Millionen EU-Bürger, davon 25.000 Österreicher.

In den kommenden Monaten steht den Experten auf britischer und EU-Seite dann eine gewaltige Aufgabe bevor: Rund 21.000 EU-Regeln und -Gesetze müssten erörtert werden, berichtet die Nachrichtenwebseite "Politico" unter Berufung auf Ausschussberichte des EU-Parlaments. Sollten sich die Verhandlungspartner nicht auf ein Handelsabkommen einigen können, würde Großbritannien automatisch nach zwei Jahren ausscheiden und seinen Außenhandel nach den Bestimmungen der Welthandelsorganisation betreiben müssen. Dies wären mindestens 20 Länder. "Nächsten Mittwoch wird die Regierung diese Entscheidung ausführen und formal den Artikel 50 auslösen". Kurz will aber auch in jedem Fall verhindern, dass der EU-Austritt Großbritanniens aus der Tasche der Länder bezahlt wird, die schon bisher Nettozahler in der EU waren, wie eben auch Österreich.

Um Chaos nach dem Austritt zu vermeiden, wird eine Übergangsvereinbarung erwogen. Gemeinsam eingegangene EU-Verpflichtungen müssten von London anteilig beglichen werden, sagte kürzlich EU-Kommissionssprecher Margaritis Schinas. May selbst schloss eine abgestufte Herangehensweise beim EU-Austritt nicht aus, auch wenn sie keinen unbegrenzten Übergangsstatus will.

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