Macron und Le Pen laut Umfrage in erster Wahlrunde gleichauf

Ermittlungen gegen Fillon nun auch wegen geschenkter Anzüge

Mit einem heftigen Schlagabtausch zwischen dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron und Marine Le Pen von der rechtspopulistischen Front National ist Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf in die heiße Phase gestartet.

Und das, obwohl die Franzosen das Programm des parteilosen Mittepolitikers kaum kennen. Der 39-jährige Eliteschulabsolvent, der seinen ersten Wahlkampf überhaupt führt, versuchte seine Unerfahrenheit in einen Vorteil zu verwandeln, indem er sich ausdrücklich als "neues Gesicht" präsentierte, während seine Gegenspieler "seit Jahrzehnten" im Politgeschäft seien. Diese Pose hielt allerdings nicht lange, behauptete sie doch wenig diplomatisch, sie würde als Präsidentin Frankreichs nicht eine unterwürfige "Vizekanzlerin" der Deutschen Angela Merkel spielen.

Beim Thema Islam und Laizismus gerieten die beiden Präsidentschaftsfavoriten hart aneinander. Die Umfragen sagen Macron derzeit einen klaren Sieg gegen Le Pen voraus, allerdings gelten viele Wähler noch als unentschlossen. Der Angesprochene konterte vehement, man dürfe nicht wegen eines minimen Problems eine ganze Bevölkerungsgruppe - die Moslems - stigmatisieren. Ungewollt vollzog die TV-Debatte damit Le Pens Integration ins französische Politsystem. In der Stichwahl am 7. Mai würde sich Macron danach klar mit 64 Prozent zu 36 Prozent gegen Le Pen durchsetzen. Der wegen eines Finanzskandals angeschlagene Kandidat der konservativen Republikaner, Fillon, würde der Umfrage zufolge mit 19,0 Prozent den Einzug in die zweite Runde verfehlen. Er erreichte sein erstes Ziel, über politische Inhalte zu sprechen, um von seiner Scheinbeschäftigungsaffäre - dem "Penelope-Gate" - abzulenken. Er kritisierte Le Pens "widerliche" Vorschläge und bezeichnte sich als "ehrlich", was mehr als eine Spitze gegen Fillon enthielt. Gast bei der ersten TV-Konfrontation waren zudem der Sozialist Benoit Hamon und Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon. Neben Hamon und Fillon gehörte er zu den wortstärksten Rednern. Fünf Wochen vor der Wahl liegen Le Pen und Macron in den Umfragen vorn.

Nicht dabei waren sechs weitere Kandidaten, darunter ein Hirtensohn aus den Pyrenäen.

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