Polizei veröffentlicht den Namen des Attentäters

Impressionen nach Terroranschlag | Bild Reuters

Es habe acht Festnahmen gegeben.

Eine Augenzeugin sagte PA, sie habe einen rund 40-jährigen Mann mit einem langen Messer gesehen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zum Anschlag mit fünf Toten und etwa 40 Verletzten in London bekannt. Die Stadt gilt als islamistische Hochburg. Die Toten auf der Westminster-Brücke sind ein Mann, etwa 50 Jahre alt, und eine 43-jährige Frau mit spanischen Wurzeln. Die Polizei versuche herauszufinden, ob der Mann ganz allein handelte oder ob andere ihn ermutigten, unterstützten oder anleiteten. Es gab heute mehrere Razzien. Alle acht würden der Terrorvorbereitungen verdächtigt, teilte sie am Donnerstag mit. Auch der Attentäter Anis Amri war ein "einsamer Wolf", der in den Fokus der Sicherheitsbehörden geraten war, die ihn aber aus den Augen verloren. Die Ermittler identifizierten ihn als Khalid Masood. Masood lebte zuletzt in Birmingham. Zudem wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen, wie Mark Rowley, der Chef der Anti-Terror-Abteilung mitteilte. Aber auch Einzeltäter, wissen die Sicherheitskräfte, haben ein Umfeld.

Dazu, wie und wo Masood die Tage und Stunden vor der Tat verbrachte, äußerten sich die Ermittler bislang nicht. Die müssen jetzt ausfindig gemacht werden.

May und das Parlament demonstrierten mit der heutigen Sitzung Normalität - auch als ein Zeichen dafür, dass man sich dem Terrorismus nicht beugen werde. Die britische Premierministerin Theresa May bestätigte zwar, dass gegen den gebürtigen Briten einst wegen Verbindungen in die Extremistenszene ermittelt worden sei, er sei aber nur als Randfigur eingestuft worden. Er war dem Inlandsgeheimdienst MI5 vor ein paar Jahren aufgefallen, wurde verhört. Die Behörden gehen davon aus, dass der Täter alleine gehandelt hat und von der "islamistischen Ideologie" inspiriert wurde.

Die Amokfahrt endete, als er in den Zaun des Parlamentsgeländes krachte. Er war ein Mietwagen, den die Firma Enterprise in Birmingham als eines ihrer Autos erkannte. Sie führte gerade ein Gespräch mit dem Holocaust-Beauftragten der britischen Regierung, als man sie über einen "incident" (Vorfall) informierte. In Birmingham wohnen viele britische Muslime, in einigen Stadtteilen stellen sie die Mehrheit. Die USA verurteilten diese "schrecklichen Gewaltakte, und ob sie von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt wurden, für die Opfer macht das keinen Unterschied". 2014 fanden staatliche Schulinspektoren heraus, dass etliche Schulen in Wohngegenden mit starker muslimischer Präsenz von Islamisten unterwandert worden waren. Auf diesem Weg hatten sich die Extremisten auch zu anderen Attentaten in Europa bekannt. Ein weiteres Opfer des Anschlags schwebte in der Nacht zum Freitag noch in Lebensgefahr, der Zustand von fünf weiteren Opfern galt als kritisch. Am Freitag veröffentlichte die Polizei auch ein Foto Masoods. Das ist verständlicher, weil er lowtech vorging - also sich nicht Feuerwaffen besorgte, sondern mit den denkbar einfachsten Waffen die Sicherheitsvorkehrungen des bestbewachten Areals im Königreich unterlaufen konnte.

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