Aktivisten: 68 Kinder unter den Toten des Anschlags auf Buskonvoi in Syrien

Anschlag auf evakuierte Syrer: Mehr als 100 Tote

Nach dem Anschlag auf einen Buskonvoi am Samstag in Syrien ist die Zahl der Toten auf mindestens 126 gestiegen. Unter den Toten waren laut Beobachtungsstelle 98 Menschen, die aus ihren Heimatstädten evakuiert worden waren.

Die Einwohner von Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib waren mehr als zwei Jahre lang von Aufständischen belagert worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist in Grossbritannien ansässig und stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen, sie haben sich jedoch als zuverlässig erwiesen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Später warnte sie, dass die Opferzahl angesichts "Hunderter" Verletzer noch weiter steigen könne.

Ein Selbstmordattentäter hatte regierungsnahen Medien zufolge eine Autobombe neben dem Konvoi gezündet, der im Zuge eines Abkommens zwischen Regierung und Rebellen Schiiten aus zwei Dörfern im Rebellengebiet in das von Regierungstruppen kontrollierte Aleppo bringen sollte. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Anschlag von "Terroristen".

Im Gegenzug hatten Hunderte sunnitische Rebellen mit ihren Familien den Ort Madaja bei Damaskus verlassen, ein von Assad-Truppen kontrolliertes Gebiet. "Unsere Aufgabe war, für die Sicherheit der Zivilisten zu sorgen, nicht sie zu töten", erklärte die Rebellengruppe mit Blick auf die Evakuierungsaktion. Oppositionsaktivsten beschuldigten hingegen Regierungsanhänger, hinter der Bombe zu stecken.

Wenige Stunden nach dem Anschlag konnten die Evakuierten weiterreisen. Der libanesische Fernsehsender Al-Manar TV berichtete, dass am Samstagabend Busse in dem Depot im Bezirk Al-Rashidin vor den Toren von Aleppo angekommen seien, die die bei der Explosion beschädigten Fahrzeuge ersetzen sollten.

Am Freitag war mit der Evakuierung von rund 10 000 Bewohnern aus vier belagerten Städten begonnen worden. Die Vereinten Nationen überwachen die Evakuierungen nicht, der Syrische Rote Halbmond schon. Der Iran als Verbündeter der Regierung und Katar als Unterstützer der Rebellen hatten das Abkommen zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Fotos von mageren Kindern, die zu wenig zum Essen haben, schockierten die Welt.

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