Ermittlungen zum BVB-Anschlag gehen weiter

Spieler des deutschen Fussballvereins Borussia Dortmund sprechen nach dem Anschlag auf ihren Bus mit Polizisten. Bei dem Anschlag war BVB-Spieler Marc Bartra schwer verletzt worden

Die Behörde beantragte dennoch Haftbefehl wegen mutmaßlicher IS-Mitgliedschaft des 26-jährigen Irakers.

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund prüfen die Ermittler ein weiteres angebliches Bekennerschreiben mit rechtsextremen Parolen.

Ein Ermittlungsrichter entscheidet am Donnerstagvormittag über den Antrag der Bundesanwaltschaft. Bei beiden waren die Wohnungen durchsucht worden. Im März 2015 reiste er laut Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Mit Blick auf Islamismus sage er, es fehlten arabische Floskeln, auch seien die Forderungen am Ende des Textes untypisch für die Terrormiliz Islamischer Staat.

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Dabei wurden der Fußballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

"Die Sprengkraft war enorm", sagte Jäger am Donnerstag in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein".

BVB-Trainer Thomas Tuchel und mehrere Spieler kritisierten die Entscheidung der UEFA, nur 22 Stunden nach dem Anschlag das Champions-League-Nachholspiel BVB gegen AS Monaco anzusetzen. Laut Sicherheitskreisen gibt es jedoch Zweifel, dass die Mail mit rechtsextremistischem Inhalt tatsächlich mit dem Anschlag in Dortmund zu tun habe. Rund um das Nachholspiel blieb es nach Polizeiangaben vergleichsweise ruhig.

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden.

- Auch ein zweiter Mann - ein 28 Jahre alter Deutscher aus Fröndenberg im Kreis Unna - steht nicht mehr unter Verdacht. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dazu: "Der Beschuldigte war den Sicherheitsbehörden im Bund in Nordrhein-Westfalen bekannt". "Der IS verhandelt nicht", sagte Freyer. Ermittelt wird weiter auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen.

- Der Zündmechanismus und die Art des Sprengstoffes sind noch unklar. Seinen Angaben nach waren die Sprengsätze auf den BVB-Bus hochprofessionell gebaut.

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BVB-Spieler knapp einer Katastrophe entgangen
Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein". Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen, hieß es.

Wer steckt hinter BVB-Anschlag?
Aus Ermittlerkreisen ist durchgesickert, dass die Polizei einen rechtsextremen Hintergrund derzeit für am wahrscheinlichsten hält. Möglicherweise wurde mit den Tatort-Schreiben versucht, bewusst eine falsche Fährte in Richtung Islamisten zu legen, heißt es.

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