Evakuierung von syrischen Städten begonnen

Tausende Menschen sollen belagerte Städte verlassen

Nach mehrtägiger Verzögerung hat in Syrien der Abzug Tausender Menschen aus vier von Regierungskräften und Rebellen belagerten Orten begonnen. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP aus dem von Rebellen gehaltenen Al-Rashideen bei Aleppo berichtete, trafen dort am Freitag mindestens 80 Busse aus den von Aufständischen belagerten Städten Foua und Kefraya in der Provinz Idlib ein. Damit wird ein Abkommen umgesetzt, das nach Medienberichten vom Iran und von Katar vermittelt worden war. Die Opposition spricht von einem Zwangsbevölkerungsaustausch. Insgesamt sollen Berichten zufolge rund 20.000 Menschen Madaja und Sabadani verlassen sowie 4000 Fua und Kafraja.

Damaskus (dpa) - In Syrien werden tausende Menschen umgesiedelt. "Die Menschen sind traurig, aber sie hatten keine Wahl", sagte der Aktivist Nahel Nur über Telefon der Deutschen Presse-Agentur. Sie zogen gestern aus den beiden von Rebellen belagerten Dörfern Fua und Kafraja an Bord Dutzender Busse ab. Schon am Mittwoch hatten die Konfliktparteien Gefangene ausgetauscht.

In den vergangenen Monaten sind nach Abkommen zwischen Regierung und Rebellen bereits mehrere von der Regierung belagerte Orte evakuiert worden. Die Opposition wirft den Regierungskräften vor, diese Gebiete durch Aushungern und Bombardierungen zur Aufgabe gezwungen zu haben. Als Reaktion auf den Angriff hatten die USA einen syrischen Luftwaffenstützpunkt bombardiert. Es handele sich um eine gezielte Falschinformation, teilte der Sprecher des US-Militärs in Bagdad, John Dorrian, mit.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel appellierte an die USA und Russland, sich gemeinsam um eine politische Lösung in Syrien zu bemühen.

Die Anti-IS-Koalition tötete unterdessen nach Angaben der USA versehentlich 18 Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).

Im Kampf gegen die Terrormiliz IS drang unterdessen ein von Kurden angeführtes Bündnis erstmals in die strategisch wichtige Stadt Al-Tabka im Norden Syriens ein.

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