Mehr Tote in Syrien als bisher bekannt

Baschar al-Assad

Der Selbstmordanschlag hatte sich gegen einen Buskonvoi gerichtet, der tausende Menschen aus zwei belagerten Ortschaften im Nordwesten Syriens herausgebracht hatte. Es gebe zudem eine grosse Zahl von Verletzten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Nach dem Anschlag hatte die Beobachtungsstelle zunächst von 43 Toten gesprochen. Eine Autobombe war gestern westlich vom Aleppo explodiert, wo Busse mit vertriebenen Syrern auf ihre Weiterfahrt warteten.

Die Evakuierungen, die längere Zeit unterbrochen waren, seien wieder aufgenommen worden, meldete die Beobachtungsstelle am Samstag. Bei den übrigen Toten handelte es sich demnach um Hilfskräfte und um Rebellenkämpfer, die den Bustransport überwachten.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen, sie haben sich jedoch als zuverlässig erwiesen. Nach Informationen von SOHR beschwerten sich die Aufständischen, dass bei der Evakuierung von Fua und Kafraja die im März getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien.

Die Evakuierung aus vier Städten war am Freitag nach mehrfachen Verzögerungen angelaufen. Dort sprengte sich nach Angaben der Beobachtungsstelle neben den wartenden Bussen ein Selbstmordattentäter in die Luft, der am Steuer eines Transporters mit Lebensmittelhilfen saß.

Zu dem Anschlag in Raschidin bekannte sich zunächst niemand.

Das staatliche Fernsehen machte "Terroristengruppen" für den Anschlag verantwortlich. Sie sassen nahe Aleppo fest, weil sich die Regierungskräfte und Rebellen nicht einig wurden über den Abzug von Zivilisten und Kämpfern aus vier belagerten Orten. Sie sollen nun nach Aleppo, in die Hafenstadt Latakia oder in die Hauptstadt Damaskus gebracht werden. Er forderte: "Alle, die Einfluss auf die Konfliktparteien in Syrien haben, müssen ihren Teil dazu beitragen, dass das sinnlose Morden aufhört, und zum Verhandlungstisch zurückkehren". Der Iran als Verbündeter der Regierung und Katar als Unterstützer der Rebellen hatten das Abkommen zwischen den Kriegsparteien vermittelt.

2200 Menschen, die aus den von Aufständischen kontrollierten Städten Madaja und Sabadani herausgeholt worden waren, steckten ihrerseits an einer Transitstelle in regierungstreuem Gebiet fest, wie einer der Betroffenen der Nachrichtenagentur AFP telefonisch berichtete. Die Opposition wirft den Regierungskräften vor, diese Gebiete durch Aushungern und Bombardierungen zur Aufgabe gezwungen zu haben.

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