Passagier aus Flugzeug gezerrt: Klage gegen United Airlines

Für United Airlines zieht Unheil auf

In einem Brief wandten sich die Politiker an United Airlines: "Bis jetzt waren die Erklärungen vonseiten United Airlines unbefriedigend, und es scheint, dass die öffentliche Empörung unterschätzt wird", heißt es darin.

Nach dem gewaltsamen Rauswurf aus einer United Airlines-Maschine erwägt der Passagier nun eine Klage gegen die Fluglinie. Der Passagier schreit, die anderen zeigen sich geschockt. Folgen könnte dann eine mögliche Klage etwa auf Entschädigung. Sein Mandant, der 69-jährige Arzt David Dao, habe bei dem Vorfall am Sonntag zwei Vorderzähne verloren, eine Gehirnerschütterung erlitten und sich die Nase gebrochen. Er werde sich einer Operation unterziehen müssen, so der Anwalt. "Wir sind noch immer völlig entsetzt und schockiert über das, was meinem Vater widerfahren ist", sagte dessen Tochter Crystal Dao Pepper. Dao floh demnach 1975 auf einem Boot aus Vietnam.

Bei der Befragung im Stadtrat stellte der für den Flughafen O'Hare zuständige United-Manager John Slater klar, dass der Rauswurf Daos nicht aufgrund einer Überbuchung der Maschine erfolgt sei, wie von der Fluggesellschaft zunächst angegeben.

Am Mittwoch hatten Daos Rechtsberater in einem eingereichten Antrag bei Gericht in Chicago die Herausgabe der Videos der Überwachungskameras aus dem Flugzeug, die Listen der Passagiere und Besatzung sowie weiteres Beweismaterial angefordert.

Videos von dem Vorfall wurden im Internet viele Male geklickt und zeigten, wie Sicherheitspersonal einen Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeuges zieht. Dies hatte weltweit Empörung ausgelöst. Nicht so bei United Airlines: Wie mehrere Videos auf Twitter und Facebook dokumentieren, zerrten Mitarbeiter der Flughafenpolizei einen Fluggast gewaltsam aus seinem Sitz, nachdem sich dieser weigerte, freiwillig seinen Sitzplatz zugunsten von Mitarbeitern der Fluglinie aufzugeben. Er wollte nicht. In sozialen Medien empörten sich weltweit Menschen über den Vorfall an Bord von Flug 3411 der US-Airline United.

Mit dem brutalen Rausschmiss eines Passagiers aus einem überbuchten Flugzeug hat sich die US-Fluggesellschaft United Airlines heftige Kritik in den Online-Netzwerken und Boykottaufrufe eingehandelt. "Das wird nie wieder passieren", sagte Munoz dem US-Sender ABC. Er hatte außerdem eine Überprüfung des Falls angekündigt. Der demokratische Senator Chris van Hollen kündigte unterdessen eine Gesetzesinitiative an. Nach seinem Willen soll es Fluggesellschaften künftig verboten werden, Passagiere zwangsweise aus einer überbuchten Maschine zu holen.

Der Flieger, wie so viele in den USA überbucht, sollte zusätzlich vier Crewmitglieder der Airline möglichst rasch nach Louisville bringen. Unter anderem könne dabei entscheidend sein, wer dringende Anschlussflüge braucht oder wer gegebenenfalls auf den nächsten Flug zum gewünschten Zielort umgebucht werden kann. Man schaue die Handlungen der Crew an, den Umgang mit Überbuchungen, die Zusammenarbeit mit den Behörden und die Belohnungen für freiwillig Aussteigende.

Das Überbuchen von Inlandsflügen ist in den USA üblich. Im vergangenen Jahr mussten laut offiziellen Angaben fast eine halbe Million Fluggäste zurückbleiben, obwohl sie einen Flug gebucht und bezahlt hatten.

Related:

Comments

Latest news

Vettel bleibt dabei: Mercedes ist der Maß der Dinge
Hamilton ist nach GP-Siegen der zweiterfolgreichste Pilot in der Formel-1-Geschichte, Vettel der vierterfolgreichste. Selbst wenn sich Hamiltons neuer finnischer Kollege Bottas jetzt noch ganz und gar nicht geschlagen geben will.

Verletzter Fußballprofi Bartra: "Es geht mir deutlich besser"
Alle sind sich angesichts der Schwere der Sprengsätze bewusst, dass dieser Angriff tödlich enden hätte können. Anschließend verlassen die meisten Spieler das Trainingsgelände im Dortmunder Osten mit ihren Privatwagen.

Verteidigung USA Afghanistan: USA setzen in Afghanistan größte Bombe ihres Arsenals ein
Der Sprengkörper des Typs GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) wird im Militärjargon als "Mutter aller Bomben" bezeichnet. Der IS dementierte über sein Sprachrohr Amak, dass bei dem Angriff Kämpfer der Terrormiliz getötet oder verletzt worden seien.

Letzte bekannte Erdenbürgerin aus dem 19. Jahrhundert gestorben
Im Jahr 1938 trennte sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann - im katholischen Italien zu damaliger Zeit keine einfache Sache. Vom offiziellen Rekord des höchsten erreichten Lebensalters eines Menschen war Morano noch ziemlich weit entfernt.

Marc Bartra: "Ich wünsche diese Erfahrung niemandem"
Der 26-Jährige war am vergangenen Dienstag beim Attentat auf den BVB-Bus als einziger Spieler der Borussen verletzt worden. Wisst Ihr, was ich fühle, wenn ich in diesen Tagen auf mein verletztes Handgelenk schaue?

Other news