Terror in Ägypten: Terrormiliz IS reklamiert Anschläge für sich

Schwärende Wunden

Sisi kündigte eine neue Ermittlungsbehörde an, den "Obersten Rat zur Bekämpfung von Terror und Extremismus". Zugleich ordnete er den landesweiten Einsatz des Militärs an, um die Polizei beim Schutz wichtiger Einrichtungen zu unterstützen.

Das ägyptische staatliche Fernsehen berichtete unter Berufung auf Sicherheitsbehörden, die Explosion sei auf eine in der Kirche hinterlegte Bombe zurückzuführen.

"Dies passiert nur, um unser Land zu beschützen", sagte Sisi. Gott bekehre die Herzen der Menschen, die "Terror, Gewalt und Tod" säen, sagte der Papst. "Die Streitkräfte und die Polizei werden alles Notwendige unternehmen, um den Bedrohungen entgegenzutreten, die vom Terrorismus und dessen Finanzierung ausgehen", erklärte die Regierung. Das Parlament muss den Kabinettsbeschluss innerhalb von sieben Tage bestätigen, damit er in Kraft bleibt. Die Minderheit sieht sich immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt. Er erlaubt unter anderem Festnahmen ohne Haftbefehl und Sondergerichte, doch schon jetzt regiert die ägyptische Führung mit harter Hand. Mehr als 120 Personen wurden verletzt. Die Detonation eines Sprengsatzes in der nordägyptischen Stadt Tanta forderte weitere 25 Menschenleben, 78 Gläubige wurden verletzt.

Der Anschlag in Alexandria ereignete sich auf der Strasse vor dem Eingang der Kirche: Ein Sicherheitsmann verwehrte dem Attentäter den Zutritt. Weil in diesem Jahr das katholische und das orthodoxe Osterfest auf den gleichen Termin fallen, feierten am Sonntag auch die westlichen Kirchen die Palmliturgie. Markus sei durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden, der zuvor am Einlass in die Kirche gehindert worden sei.

Kairo (Reuters) - Die Extremisten-Miliz IS hat nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten mit weiteren Attacken gedroht.

Der gestrige Palmsonntag markiert damit den Tag der schwersten Angriffe auf Christen in Ägypten seit Jahren - und die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte sie für sich.

Zu den Anschlägen in Tanta und Alexandria bekannte sich der IS. Im Dezember waren bei einem Attentat nahe der größten Kathedrale der Kopten in der Hauptstadt Kairo fast 30 Menschen getötet worden. Zuletzt hat der IS im Februar in einem Video zu Gewalt gegen Ägyptens Kopten aufgerufen.

Das Auswärtige Amt hat nach den Anschlägen auch auf das Terrorrisiko für Ausländer hingewiesen.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich via Twitter zuversichtlich, dass Sisi richtig handeln werde.

Deutschland will sich für mehr Sicherheit von Christen in Ägypten bemühen. "Die Hintergründe des Anschlags müssen jetzt aufgeklärt, die Täter zur Rechenschaft gezogen werden".

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) verurteilten die Bombenanschläge. Kurz twitterte ebenfalls: "Meine Gedanken sind bei Familien u Freunden d Opfer". Papst Franziskus schließt die Opfer in sein Gebet ein. Er bekundete seine Nähe zu dem ägyptischen Volk. Er soll Ägypten Ende April besuchen.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten.

Christen machen in Ägypten zehn Prozent der etwa 94 Millionen Einwohner aus. Sie können ihre Religion weitgehend frei ausüben und leben überwiegend friedlich mit der muslimischen Bevölkerungsmehrheit zusammen. Es gibt allerdings vereinzelt Spannungen, vor allem in den ländlichen Gebieten.

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