Türkei-Liveticker Vorsprung für "Ja"-Lager schmilzt - Erdogan-Anhänger feiern"

55,3 Millionen Wahlberechtigte sind im Land selber zur Teilnahme an der Volksabstimmung aufgerufen. Konkret: Das Parlamentssystem der Türkei soll in ein Präsidialregime umgewandelt werden. Dagegen hätten bislang über 40 Prozent mit "Nein" gestimmt. Damit schien ein Sieg von Erdogans Lager unabwendbar. Bei einem "Ja" würde sie an die von Präsident Recep Tayyip Erdogan geschaffenen Machtverhältnisse angepasst. Die Gegner des Präsidialsystems konnten demnach 36,8 Prozent verbuchen. Akis sagte, der Wahlkampf sei aus seiner Sicht fair verlaufen.

Erdogan erwartet vom Ausgang des Referendums auch eine Quittung für Europa. Das berichtet der Sender CNN Türk nach Auszählung der Hälfte der Stimmen. Wie auch immer das Votum des türkischen Volkes am Ende ausfallen wird: Wir sind gut beraten, jetzt kühlen Kopf zu bewahren und besonnen vorzugehen.

Istanbul (dpa) - Die Türkei hat in einem historischen Referendum über die Einführung des von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebten Präsidialsystems entschieden. Das Ergebnis sei für Erdogan klar. In einem Telefonat mit Ministerpräsident Binali Yildirim habe er gesagt, er sei der türkischen Nation dankbar, dass sie an den Wahlurnen ihren Willen erklärt habe. Man werde eine Neuauszählung von bis zu 60 Prozent der Stimmzettel verlangen, erklärt die Spitze der sozialdemokratischen Partei. Das entspricht einem Vorsprung von etwa 1,4 Millionen Stimmen. Nach ersten Ergebnissen überwiegen knapp die Ja-Stimmen.

Die Behauptung von Erdogan, "dass in der Türkei nur ein Präsidialsystem wie in Frankreich oder den USA eingeführt würde, stimmt nicht". Trotzdem liege es in Führung. In der Hauptstadt Ankara sei ein offizieller Beobachter aus dem Wahllokal gezerrt worden. Seit 08.00 Uhr sind im ganzen Land die Wahllokale geöffnet. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete 54,1 Prozent "Ja"- gegen 45,9 Prozent "Nein"-Stimmen". "Das Ergebnis ist in allen Aspekten legitim und demokratisch".

Kommt das Referendum durch, könnte die Regierung auch nicht mehr mittels eines Misstrauensvotums abgesetzt werden. Hintergrund sei, dass auf Wahlbeobachter-Karten der Betroffenen der Name beziehungsweise das Symbol ihrer jeweiligen Partei abgebildet sei, sagte Pir. In Deutschland hatte die Wahlbeteiligung bei knapp 49 Prozent gelegen. Oppositionsführer und CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu sagte in Ankara: "Wir stimmen heute über das Schicksal der Türkei ab".

Schon zuvor hatte die CHP die Legitimität des Verfassungsreferendums infrage gestellt. Die in letzter Minute getroffene Entscheidung der Wahlbehörde YSK, von ihr nicht abgestempelte Stimmzettel als gültig zu akzeptieren, werde ein "schweres Legitimitätsproblem" zur Folge haben, sagt CHP-Vize Bülent Tezcan.

Uhr: Die 167.000 Wahllokale in der Türkei haben geschlossen.

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