Verteidigung USA Afghanistan: USA setzen in Afghanistan größte Bombe ihres Arsenals ein

"Der Luftschlag erfolgte in Atschin, der Provinz Nangarhar am Donnerstag". Der IS dementierte über sein Sprachrohr Amak, dass bei dem Angriff Kämpfer der Terrormiliz getötet oder verletzt worden seien.

In der Gegend in der östlichen Provinz an der Grenze zu Pakistan hat sich der afghanische Arm des IS ausgebreitet.

Der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson, begründete den Einsatz der Bombe damit, dass die Dschihadisten als Reaktion auf ihre zunehmenden Verluste zuletzt ihre Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen, Bunkern und Tunneln ausgebaut hätten. Ihm gehören versprengte Mitglieder der afghanischen und pakistanischen Taliban sowie Islamisten aus Usbekistan an.

Der Sprengkörper des Typs GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) wird im Militärjargon als "Mutter aller Bomben" bezeichnet. Sie gilt mit mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte. Die Bombe wurde 2003 erstmals in den USA getestet und laut amerikanischen Medienberichten noch nie bei Kampfhandlungen eingesetzt worden.

Der Abwurf aus einem Kampfflugzeug hatte dem Pentagon zufolge Tunnel der IS-Terrormiliz sowie dessen Kämpfer zum Ziel. Die Bombe habe einen 300 Meter langen Tunnel vernichtet. Die USA haben rund 8400 Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Der IS war in Afghanistan erst 2015 aufgetaucht und soll dort nie mehr als 3000 Kämpfer gehabt haben. Der Afghanistan-Experte Omar Nessar von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau sieht in dem Einsatz der riesigen US-Bombe eine Demonstration der Stärke gegenüber Russland. Trotzdem scheint der IS nicht geschlagen.

Schinwari versicherte am Samstag, es seien keine Zivilisten und keine Militärangehörigen getötet worden.

Seit Jahresanfang hat der IS allein in der Hauptstadt Kabul bereits drei große Anschläge für sich reklamiert. Unter anderem ein Selbstmordattentat auf das höchste Gericht des Landes mit 22 Toten im Februar und einen besonders blutigen Angriff auf das größte Militärkrankenhaus des Landes mit mindestens 49 Toten im März.

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