Angriff auf Assad: USA feuern Raketen auf syrische Militärbasis

Russland ist der engste Verbündete Assads. "Wir fordern alle Seiten dazu auf, ruhig zu bleiben und die Probleme durch Dialog und politische Maßnahmen zu lösen", sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Hua Chunying, am Freitag.

Die USA haben erstmals einen Stützpunkt des syrischen Militärs angegriffen. Im letzten Jahr hat die syrische Regierung mit der Unterstützung Russlands starke Offensiven gestartet.

Vor dem Angriff hatte Russland die USA vor "negativen Konsequenzen" bei einem militärischen Eingreifen in Syrien gewarnt.

Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UN-Organisation bestätigt, fügte Peskow hinzu. Die Verbreitung solcher Kampfmittel zu verhindern, sei im nationalen Sicherheitsinteresse der USA, so Haley. Dabei waren am 4. April nach neuesten UN-Angaben mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen und 546 verletzt worden. Er sprach zudem von sieben Verletzten. Die Zahl der Opfer sei noch unklar, erklärte der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi, am Morgen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete vier getötete syrische Armeeangehörigen, unter ihnen ein General. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonierte am Morgen mit dem französischen Präsidenten François Hollande und stimmte eine gemeinsame Linie ab: Der syrische Präsident Baschar al-Assad trage die alleinige Verantwortung.

Trump hatte Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich gemacht. Die Attacke sei ein "barbarischer Akt" gewesen. Im Visier seien Flugzeuge, Start- und Landebahnen sowie Treibstofflager gewesen. "Die Welt wartet darauf, dass Russland in Syrien verantwortungsbewusst handelt", sagte sie. Russland werde eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragen.

Wenig Verständnis für Trumps Vorwärts-Strategie äusserte hingegen der russische Präsident Wladimir Putin. Russland sprach von einem "Angriff gegen einen souveränen Staat". Offensichtlich wechseln die USA jetzt ihre Strategie: Vom Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zur Ausschaltung von Assad.

Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Washington wurden russische Militärs von dem bevorstehenden Militärschlag auf den Luftwaffenstützpunkt informiert. Dennoch behaupten die USA, dass es keinen Zweifel darüber gäbe, dass Assad einen Giftgasangriff startete. Nach Angaben des Pentagons wurden 59 Raketen des Typs Tomahawk abgeschossen. Die Raketen gelten als präzise.

Frankreich und Deutschland hätten bereits im Sommer 2013 nach dem Massaker von Ghuta eine "Sanktionierung" gefordert.

Nach Angaben aus dem Pentagon wurden 20 Maschinen zerstört.

Die Raketen fielen mitten in der Nacht. "Ich fordere alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschliessen, um dieses Abschlachten und Blutvergiessen in Syrien zu beenden", sagte Trump in seiner Ansprache. "Die Reaktion des Auswärtigen Amtes zu den Giftgas-Verbrechen in Idlib ist nicht angemessen", sagte Röttgen der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "Und ich denke, es sollte etwas passieren".

Der UNO-Sicherheitsrat ist in New York zum dritten Mal an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu einer Sondersitzung zum Syrienkrieg zusammengekommen. "Wir sind darauf vorbereitet, noch mehr zu tun, hoffen aber, dass es nicht notwendig sein wird", sagte am Freitag in New York die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley. Noch vergangene Woche hatte US-Außenminister Rex Tillerson gesagt, Assads Schicksal werde vom syrischen Volk bestimmt. "Die Reaktion aus Washington (auf den mutmaßlichen Giftgasangriff syrischer Truppen) mag Moskau nicht gefallen haben, aber es war auch nicht willens, sich dagegen zu stellen", schreibt der Russland-Experte Mark Galeotti.

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