Anschlag in Ägypten: Bombe explodiert nahe einer Kirche - 13 Tote

Kopten in Wien

Er ordnete nicht nur eine dreitägige Staatstrauer an, sondern ergriff auch in Abstimmung mit dem nationalen Sicherheitsrat weitere Maßnahmen. Das Militär spielt in Ägypten eine wichtige Rolle und und war bereits vor den Anschlägen vom Sonntag allgegenwärtig in der Öffentlichkeit. "Georg und St. Markus in Ägypten, die unschuldige Gläubige, welche den Beginn der Karwoche feierten, töteten" und die Gewalt des Stockholmer LKW-Angriffs. Er warf anderen Ländern vor, den Terrorismus in Ägypten zu unterstützen - nannte aber kein bestimmtes Land. Nach der ägyptischen Verfassung muss das Parlament einen Ausnahmezustand mit Mehrheit beschließen.

Mit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 hatten die Angriffe gegen Christen in dem Land zeitweise zugenommen.

In den vergangenen Jahren war nach Gewaltausbrüchen wiederholt der Ausnahmezustand in Ägypten oder Teilen des Landes ausgerufen worden. Das war verbunden mit der Möglichkeit von Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung sowie nächtlichen Ausgangssperren. Die Regierung verhängte daraufhin einen dreimonatigen Ausnahmezustand mit erweiterten Befugnissen für die Sicherheitsbehörden, der am Montag in Kraft trat. Allerdings haben diese in Ägypten auch schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt oftmals freie Hand, was durch vielfach schwammig formulierte Gesetze bedingt ist.

Die erste Detonation erschütterte eine zum Gottesdienst am Beginn der Karwoche dicht gefüllte Kirche in der Stadt Tanta in Nordägypten. Der Gouverneur von Gharbija, Ahmed Deif, sagte dem Fernsehsender Nile News, möglicherweise habe es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

Just am Palmsonntag, dem sechsten und letzten Sonntag der Fastenzeit der Christen, kam es in Ägypten erneut zu verheerenden Terroranschlägen gegen die Minderheit der Kopten. Laut dem ägyptischen Fernsehen ist St. Damit haben sie gezeigt, dass der Staat die Christen nicht schützen kann.

Es handelte sich um die blutigsten Anschläge auf die Minderheit der koptischen Christen in Ägypten seit langem. Er sprach Patriarch Tawadros, der koptischen Kirche und allen Ägyptern sein tiefes Mitgefühl aus. Die staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram zitierte Augenzeugen, wonach sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt haben soll.

Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe nahe der St. -Markus-Kathedrale in Alexandria, allerdings ausserhalb des Gotteshauses.

Die Explosion in Tanta ereignete sich in den vorderen Reihen der Kirche. Der IS bekannte sich auch zu diesem Anschlag. Der Selbstmordattentäter sprengte sich vor der Kirche in die Luft, tötete dabei elf Menschen und verletzte über 35. Er "hoffe dass alle Menschen in Ägypten und überall auf der Welt zusammen helfen, dass der menschenverachtende Fanatismus, der zu solchen Taten führt, endlich überwunden wird", fügte Bedford-Strohm hinzu, der sich zurzeit in den USA aufhält. Den Attentätern dürfe es nicht gelingen, die ägyptische Gesellschaft zu spalten.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Attentate ebenfalls. Auch Außenminister Sebastian Kurz mahnte, man müsse alles tun, "um entschieden gegen Verfolgung von religiösen Minderheiten und vor allem auch gegen Christenverfolgung vorzugehen".

In Deutschland fanden Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) scharfe Worte. "Es soll unmittelbar vor dem Besuch von Papst Franziskus Hass gesät werden". Bundeskanzler Christian Kern drückte seine Anteilnahme und Betroffenheit über den "feigen Anschlag" aus. Er sei den Angehörigen der Opfer nahe und bete für eine Umkehr jener, die Terror, Gewalt und Tod säten, sagte der Papst beim traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom. Er bekundete seine Nähe zu dem ägyptischen Volk.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten. In Ägypten bilden die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten die größte Kirche. Sie können ihre Religion weitgehend frei ausüben und leben größtenteils friedlich mit der muslimischen Bevölkerungsmehrheit zusammen.

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