BVB-AnschlagFestgenommener Iraker offenbar nicht beteiligt

Die Ermittlungen zum Anschlag auf den BVB-Bus dauern an Bild AFP

Die Mail mit möglicherweise rechtsextremistischem Hintergrund ging beim Berliner "Tagesspiegel" ein.

Dennoch beantragte die Bundesanwaltschaft gegen einen der Verdächtigen Haftbefehl. Auch er selbst soll für die Vereinigung gekämpft haben.

Im März 2015 reiste er laut deutscher Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Der Verdacht gegen einen 28 Jahre alten Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna wurde am Donnerstag fallengelassen.

Drei Sprengsätze mit Metallstiften waren am Dienstag nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Beim Anschlag am Dienstagabend wurden der Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt. "Die Sprengkraft war enorm", sagte er in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag.

Das Team war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, dass dann am Mittwochabend nachgeholt wurde. "Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel sicher ablaufen kann", versprach Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. "Wir hatten das Gefühl, als ob wir so behandelt werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel. Die Fans in dem zerrütteten Land verfolgen dabei auch intensiv den europäischen Fußball.

Mit diesem Bekenntnis steigt die Zahl der Bekennerschreiben nach dem Anschlag auf den BVB-Bus auf insgesamt drei. So sei der Sprachgebrauch untypisch, und es fehlten Symbole der Jihadistenmiliz IS.

Die Bundesanwaltschaft hat bislang keine Beweise, dass ein festgenommener Iraker am Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund beteiligt gewesen ist. Der 26-Jährige soll aber Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat sein.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurde auch seine Wohnung durchsucht, sagte Behördensprecherin Frauke Köhler.

Bei früheren islamistischen Anschlägen waren am Tatort zudem nie Bekennerschreiben aufgetaucht. Unter anderem wird der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert.

Diese Bewertung bezieht sich sowohl auf den Duktus des Schreibens als auch auf die im Text erhobenen Forderungen. "Auch im Stadion haben sich die Fans einigermaßen friedlich verhalten", sagte eine Polizeisprecherin. Zuvor hatte es bereits zwei Bekennerschreiben mit islamistischem und linksextremistischem Anklang gegeben - allerdings gibt es große Zweifel an ihrer Echtheit.

Wer sind die Täter? Eine offenkundig rechtsextreme Bekennermail, die am Donnerstagabend beim Tagesspiegel einging, nehmen die Behörden jedenfalls ernst.

Laut NRW-Verfassungsschutz wird in Richtung Links- und Rechtsextremismus sowie Islamismus ermittelt. NRW-Innenminister Jäger hält es auch für möglich, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien.

Es gibt einen zweiten Verdächtigen, der allerdings nicht festgenommen wurde.

Auch in Bezug auf den verwendeten Sprengstoff herrscht noch Unklarheit.

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