Fast drei Viertel der Türken in Österreich stimmten mit Ja

Wahlkampfabschluss bei Istanbul. Die Türken entscheiden heute über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems das Staatspräsident Erdogan mehr Macht verleihen würde

Nach Auszählung fast aller Stimmen aus dem Ausland waren der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren es 63,1 Prozent.

Istanbul Die Türken in Deutschland haben beim Referendum mehrheitlich für "Ja" votiert. In der Schweiz blieb das Ja-Lager dagegen mit 38 Prozent klar in der Minderheit. Die Wahlbeteiligung in Deutschland lag bei knapp 50 Prozent. Die Gegner des Präsidialsystems konnten demnach 36,8 Prozent verbuchen.

Besonders mit Deutschland und den Niederlanden hatte der Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder Anfang des Jahres für schwere Verwerfungen mit Ankara geführt.

Die Wahlkommission hat noch keine amtlichen Ergebnisse aus dem Ausland veröffentlicht - und die Anadolu-Angaben sind nicht offiziell. Insgesamt waren im Ausland rund 2,9 Millionen Wahlberechtigte registriert.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland würdigte nach dem insgesamt knappen Sieg des Ja-Lagers laut Agentur AFP das Engagement des Nein-Lagers.

Obwohl die Opposition als Vaterlandsverräter denunziert worden sei, seien die Menschen entschlossen gewesen, "sich gegen die Autokratie zu stellen".

In Deutschland hat das angestrebte Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan beim Referendum viel mehr Zustimmung erfahren als in der Türkei selbst.

Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Toprak, bezeichnete das Ergebnis als "Farce". So lange nicht explizit nachgewiesen werde, "dass diese extern ausgefüllt oder befüllt wurden, werden sie bei der Auszählung berücksichtigt", kritisierte er.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems, das ihm künftig eine noch größere Machtfülle beschert, knapp gewonnen.

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