Haftbefehl gegen Festgenommenen nach Dortmund-Anschlag

Bei dem Anschlag waren drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert

Die Bundesanwaltschaft kommunizierte, die Beantragung eines Haftbefehls werde geprüft. Aber die Ermittlungen hätten "bislang keinen Beleg dafür ergeben", dass er an dem Anschlag beteiligt gewesen sei, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er soll selbst gekämpft haben. Die Gruppe soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben. Abdul Beset A. soll aber im Irak eine Einheit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeführt haben und Anfang 2016 über die Türkei nach Deutschland eingereist sein.

Neue Erkenntnisse könnten auch die Durchsuchungen der Wohnungen der beiden verdächtigen Islamisten bringen, von denen die Sprecherin des Generalbundesanwalts, Frauke Köhler, am Mittwoch berichtet hatte.

Am Dienstagabend waren drei Sprengsätze in der Nähe des Mannschaftsbusses des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco befanden. Dabei wurden der Dortmunder Fussballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt. "Die Sprengkraft war enorm", sagte er in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Außerdem wird ein weiterer Angriff angekündigt. "Das nehmen wir sehr ernst". Die von der Tat geschockten Dortmunder mussten sich 2:3 geschlagen gegeben. "Wir hatten das Gefühl, als ob wir so behandelt werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel.

Die Europäische Fussball-Union UEFA wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

Die Polizei hatte am Anschlagsort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt gefunden. Der 26-Jährige wurde noch am Abend operiert. Der Iraker war bei den anschliessenden Ermittlungen vorläufig festgenommen worden.

Verdächtigt wurde neben einem festgenommenen Iraker ein 28-jähriger Deutscher aus Fröndenberg im Kreis Unna. "Angesichts des Anschlags von Dortmund werden die Sicherheitsbehörden ihren Fokus für den Schutz grosser Fussballspiele weiter fassen müssen", sagte der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), der ‹Rheinischen Post› vom Donnerstag. Darauf deuteten drei wortgleiche Bekennerschreiben hin, die schnell nach den Detonationen gefunden werden (siehe links).

Unter anderem werde darin der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert, bestätigte sie. "Der IS verhandelt nicht", hatte zu diesem Punkt ein Düsseldorfer Verfassungsschützer erklärt. Große Fragen werfen jedoch auch weiterhin unterschiedliche Bekennerschreiben auf.

Das Schreiben wird nun von der Bundesanwaltschaft (GBA) in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. Die Verfasser der textgleichen Bekennerschreiben hätten vermutlich nur den Eindruck erwecken wollen, dass die Tat einen islamistischen Hintergrund habe. Ermittelt wird weiter auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen. Sicherheitskreise halten es demnach mittlerweile auch für möglich, dass ein ausländischer Nachrichtendienst hinter dem Anschlag stecken könnte. Laut der Erklärung schloss der Beschuldigte sich spätestens Ende 2014 im Irak dem IS an. Es gibt zwei Verdächtige und eine Festnahme. "Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, nur kein Fußball", sprach Mittelfeldspieler Nuri Sahin aus, was viele Betroffene dachten. Die kriminaltechnischen Untersuchungen des verwendeten Sprengstoffs waren am Freitag noch nicht abgeschlossen.

Wer die Sprengsätze gezündet hat und warum, dazu sei es zu früh, um etwas zu sagen.

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