Konflikte: Washington zu Präventivschlag gegen Nordkorea bereit

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un provoziert die Weltgemeinschaft mit einem Raketentest erneut. Allerdings ging der Abschuss laut Experten schief

Russland rufe alle Länder zur Zurückhaltung auf und warne vor "provokativen Schritten".

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea verstärken sich zunehmend, nachdem die USA eine Flugzeugträgergruppe in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel verlegt hatte.

Mit der Warnung vor einer Eskalation im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat China alle Beteiligten zur Zurückhaltung aufgefordert. Für Aufregung hatte zuvor ein US-Medienbericht gesorgt, wonach die USA wegen eines womöglich unmittelbar bevorstehenden neuen Atomversuchs angeblich sogar einen vorbeugenden Luftangriff gegen Nordkorea erwägen sollen.

US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit einem Alleingang in Nordkorea gedroht, um das Atomprogramm zu beenden. Der Flugzeugträger USS Carl Vinson samt Begleitschiffen wurde in die Region beordert, das gab das Pentagon Anfang der Woche bekannt.

Am Sonntag kommt US-Vizepräsident Mike Pence nach Südkorea. Zwei US-Zerstörer mit Marschflugkörpern halten sich demnach in der Nähe der koreanischen Halbinsel auf.

Am Mittwoch hatte der US-Auslandssender Voice of America unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und andere Quellen berichtet, zum 105. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il-sung am Samstag könne ein nuklearer Sprengsatz gezündet werden.

Nordkorea warf den USA vor, den Frieden und die Sicherheit auf der Halbinsel zu bedrohen und die Lage dort an den Rand eines Krieges zu bringen. Es werde "atomaren Donner und strafende Blitze" geben, um den Feinden "den Geschmack eines echten Krieges" zu geben. Nach Angaben der Gruppe "38 North" von Baltimores Johns-Hopkins-Universität zeigen Satellitenbilder verdächtige "Aktivitäten" auf dem Testgelände Punggye Ri.

"Die grösste Gefahr derzeit ist, dass es zu Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Trump und Machthaber Kim Jong Un kommt", sagte die Nordkorea-Kennerin Jean Lee.

Trump sagte auf Fragen, ob der Einsatz einer Riesen-Bombe in Afghanistan auch ein Zeichen an Nordkorea gewesen sei, laut "Defense News": "Nordkorea ist ein Problem - das Problem wird angegangen". China wolle er aufrufen, eine größere Rolle in dem Konflikt einzunehmen. In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident am Donnerstag: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird". "Wenn sie das nicht können, werden sich die USA und ihre Verbündeten darum kümmern".

Der russische Botschafter in Nordkorea, Alexander Mazegora, sagte am Freitag, zwar schliesse auch er einen Test Nordkoreas in naher Zukunft nicht aus, er warne aber zugleich vor einer "verhängnisvollen" Entscheidung Trumps, der keine Nordkorea-Experten in seinem Beraterteam habe.

China berichtete, eine wichtige Einnahmequelle des abgeschotteten kommunistischen Staates unterbunden zu haben. Seit Mitte Februar seien keine Kohlelieferungen mehr aus dem Nachbarland angenommen worden.

Chinas Außenminister rief zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. "Am Ende wird die koreanische Halbinsel ein rauchendes Trümmerfeld mit Millionen von Leichen sein, von den geopolitischen Konsequenzen ganz zu schweigen", sagte Frank. Die Gefahr eines bewaffneten Konflikts sei gestiegen. Mit seinen Raketen erreicht Nordkorea auch Japan. Dazu müsse der Westen aber verstehen, dass Pjöngjang bestimmte Garantien brauche, sagte der Leiter des Ostasieninstituts der Universität Wien.

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