Macron nach TV-Debatte weiter Favorit für Präsidentschaft [1:30]

Frankreich Gelingt Marine Le Pen in Frankreich ein Überraschungssieg von Donald Trump in den USA

Für sie war die TV-Debatte am Dienstagabend eine Möglichkeit, einem grösseren Publikum bekannt zu werden. Da rund 40 Prozent der Franzosen noch unentschieden sind, spielen die Fernsehauftritte der Kandidaten eine wichtige Rolle. Diesen Umstand bezeichneten die Fernsehmacher von BFM-TV im Verlauf des Abends immer wieder als "historisch". "Er interagiert mit den anderen, das ist ziemlich selten, im Moment unterstütze ich ihn". Das zeigte sich bei einer TV-Diskussion bei den Sendern BFMTV und CNews am Dienstagabend, bei dem erstmals alle elf Präsidentschaftskandidaten aufeinander trafen. Die anderen Kandidaten liegen in Umfragen allesamt unter fünf Prozent: der Rechtspolitiker Dupont-Aignan, Nathalie Arthaud von Lutte Ouvrière (Arbeiterkampf), Philippe Poutou von der Neuen Antikapitalistischen Partei, der zentrumsliberale Abgeordnete Jean Lassalle, der Unabhängige Jacques Cheminade und der Rechtsnationalist Asselineau.

Keiner der sechs "kleinen" Kandidaten, die in der Debatte zeitweise den Eindruck vermittelten, die französische Politik bestehe aus einer Ansammlung extremer Außenseiter-Positionen, kommt in den Umfragen auf mehr als fünf Prozent.

Eine Favoritenrolle Im Kampf um die Präsidentschaft behält vor allem der parteiunabhängige Emmanuel Macron.

Zwei eher schlechte Tage für Marine Le Pen: Das von der gesamten Pariser Politszene gefürchtete wöchentliche Enthüller-Magazin Canard enchainé das bereits die Affären um den konservativen Kandidaten Francois Fillon aufgeblättert hatte, erschien Mittwoch mit peinlichen Infos über Le Pen: demnach läuft eine Erhebung der Staatsanwalt gegen ihren Wahlkampf-Chef, David Rachline, wegen seiner vermutlichen Scheinbeschäftigung in einer Regionalverwaltung. Fillon müsste endlich Fehler in der Korruptionsaffäre einräumen, stattdessen sagt er: "Ich habe keine Fehler begangen und ich werde dazu keine Fragen beantworten, vor allem nicht von Journalisten, die mir zwei Monate das Leben schwer gemacht haben". Le Pen weigert sich, dazu verhört zu werden und beruft sich auf ihre Immunität als Europaabgeordnete.

Le Pen attackierte erneut die Europäische Union und kündigte an, ihre Landsleute über einen Austritt abstimmen zu lassen.

Umfragen sagen derzeit für die erste Wahlrunde am 23. April ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Macron und Marine Le Pen voraus.

Gemäßigte Anwärter wie Politjungstar Emmanuel Macron wehren sich vehement gegen einen Euroaustritt ihres Landes. "Was Sie vorschlagen, ist Nationalismus", sagte Macron dazu. Dagegen gab Macron zu bedenken, dass Frankreich auch 300.000 Vertragsarbeiter im Ausland hat. Mehr als zehn Millionen Menschen hatten die erste Fernsehdebatte vom 20. März verfolgt.

Blasser als in der ersten Debatte wirkte der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, dem es diesmal an Wortwitz fehlte. Nach Angaben des Instituts Elabe hielten 25 Prozent der befragten Zuschauer Melenchon für den überzeugendsten Kandidaten, vor Macron (21 Prozent) und Fillon (15 Prozent).

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