Steinmeier und Gabriel verurteilen Anschläge auf Kirchen in Ägypten

Offenbar handelte es sich auch hier um ein Selbstmordattentat.

Nach zwei verheerenden Anschlägen in Ägypten hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi am Sonntagabend einen Ausnahmezustand angekündigt. Er trat nach Angaben des Kabinetts um 13.00 Uhr in Kraft und soll für drei Monate gelten. Die Dschihadistenmiliz IS reklamierte die Taten für sich.

Zuvor waren bei den schwersten Terrorangriffen auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Jahren mehr als 40 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurde die Bombe in den vorderen Reihen nahe am Altar gezündet.

Bei den beiden Anschlägen am Sonntag sind mindestens 47 Menschen ums Leben gekommen, berichtet die staatliche ägyptische Zeitung "Al-Ahram" unter Verweis auf Behördenangaben.

Das in Wien ansässige internationale König-Abdullah-Dialogzentrum (KAICIID) verurteilte "die schrecklichen Bombenanschläge auf die koptischen Kirchen St". Georg, einer der grösseren Kirchen am Nildelta, in die Luft. Nach der Explosion waren im Internet und im Fernsehen Videos zu sehen, die den blutverschmierten Boden des Gotteshauses zeigten.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten. Gegen die Minderheit werden immer wieder Anschläge verübt. Dabei starben mindestens 16 Menschen und 41 wurden verwundet.

Am Palmsonntag hatten Attentäter zwei koptische Kirchen angegriffen und mindestens 44 Menschen getötet.

Nichtsdestotrotz haben die Sicherheitskräfte möglicherweise ein noch schlimmeres Blutbad verhindert.

Spurensuche am Anschlagsort in der Kirche St. "Diese Attentate kommen postwendend nach dem Treffen des ägyptischen Präsidenten al Sisi mit dem Präsidenten der USA Donald Trump, und ihrer Entscheidung, den Terrorismus gemeinsam zu bekämpfen".

Al-sissi sagte, die Maßnahme diene, um das Land vor weiteren grausamen Anschlägen zu schützen. Zuvor muss allerdings auch das Parlament zustimmen. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Anschläge für sich. In mehreren Moscheen sind unterdessen Solidaritätsaktionen angelaufen, wobei Menschen Blut spenden konnten. In der Kirche hatte der Tawadros II. zusammen mit Hunderten Gläubigen den Palmsonntagsgottesdienst gefeiert.

Die Anschläge ereigneten sich kurz vor dem Ägypten-Besuch von Papst Franziskus, der für den 28. und 29. April geplant ist. 71 Menschen wurden am Palmsonntag durch die Explosion in der koptischen Kirche St. Auch damals nannte sich die IS-Terrormiliz selbst als Urheber. Vorangegangen war eine Mordserie an Mitgliedern der religiösen Minderheit, hinter der ebenfalls Daesch vermutet wird. "Wir trauern mit #Kopten + allen Ägyptern um die Opfer des Anschlags an diesem Palmsonntag", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Im Nordsinai führt die ägyptische Armee einen undurchsichtigen Krieg gegen beduinische Aufständische, von denen sich einige zum IS bekennen. Bereits vor seiner TV-Ansprache hatte er den landesweiten Einsatz des Militärs angeordnet. Koptische Christen protestierten gegen die Regierung, weil sie sich nicht gut genug geschützt fühlen.

Aus Furcht vor einem unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag hat Israel seinen Grenzübergang zur Sinai-Halbinsel für eigene Staatsbürger geschlossen. Markus Kirche in die Luft. Auch dort gab es viele Tote und Verletzte.

Christen leben nicht nur in Ägypten gefährlich.

SOMALIA: Mehr als 99 Prozent der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.

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