Tausende Menschen aus Seenot gerettet

Von der italienischen Marine im Januar gerettete Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer vor Sizilien. Wieder sind Hunderte Menschen aus Seenot gerettet worden für einige kam jede Hilfe zu spät

"Wenn nicht schnellstmöglich Hilfe kommt, werden wir hier bald Hunderte Tote haben", zitierte die Organisation mit Sitz in Teltow bei Berlin den Kapitän der "Iuventa", Kai Kaltegärtner.

Rom.Innerhalb von 48 Stunden haben private Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer mehrere Tausend Menschen in Seenot gerettet.

Am Freitag seien bereits 1800 bis 2000 Menschen von mehreren Nichtregierungsorganisationen (NGO) von Schlauchbooten gerettet worden.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn fast 800 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen.

Die Deutsche Marine hat am Samstag fast 1200 Migranten im Mittelmeer aus Seenot gerettet und nach Italien gebracht. Wann genau sich dieses Unglück ereignete, war zunächst unklar. Wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, wurde das Boot wenige Seemeilen westlich der Insel Kefalonia im Ionischen Meer entdeckt. Das Flüchtlingsboot wurde am frühen Abend in der Hafenstadt Argostoli erwartet. Beamte der Küstenwache vermuten, dass sie von der westgriechischen Küste in Richtung Italien fahren wollten. Die griechische Küstenwache hat seit Jahresbeginn Hunderte Migranten in der Region entdeckt und gerettet. Am Donnerstag war ein Boot nahe der libyschen Küste gekentert, 23 Menschen konnten gerettet werden, 97 gelten als vermisst. Unter anderem habe ein deutsches Marineschiff den Hilfsorganisationen Flüchtlinge und Migranten abgenommen, um sie ans Festland zu bringen.

Bei Einbruch der Dunkelheit hätten mehr als tausend Menschen noch auf ihre Rettung gewartet, sagte Pauline Schmidt, Sprecherin von Jugend Rettet. Weitere 400 sollen ohne Rettungswesten auf kleinen Booten in der Umgebung auf Hilfe warten.

Die "Iuventa" habe offiziell das Notsignal "Mayday" an die zentrale Seenotrettungsleitstelle MRCC für das Mittelmeer in Rom gesendet. "Wir sind abhängig davon, dass uns das MRCC ein Schiff sendet, sonst können wir nicht weiter retten und sind handlungsunfähig beziehungsweise gezwungen, die Menschen selber an Land zu bringen und das Rettungsgebiet vollkommen alleine zu lassen", sagte Schmidt.

Schon am Samstag hatten Schiffe der italienischen Küstenwache und von privaten Hilfsorganisationen 35 Rettungsaktionen gestartet, um rund 4000 Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste aufzunehmen. Schlepper im Bürgerkriegsland Libyen schicken Flüchtlinge und Migranten oft in nicht seetüchtigen Booten aufs Meer.

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