Weiteres Bekennerschreiben zu BVB-Anschlag aufgetaucht

Eine 100-köpfige Ermittlungsgruppe untersucht den Anschlag auf den BVB-Bus

Nach dem Anschlag auf Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund suchen die Ermittler weiter nach den Tätern. Doch nun zeigt sich: Die Spuren führen nicht weiter.

Mit Maschinenpistolen und erhöhter Präsenz: Beim Heimspiel des BVB vier Tage nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus wollte die Polizei das Sicherheitsgefühl der Fans stärken. Die Bundesanwaltschaft räumte ein, keine Beweise gegen zwei der Tat Verdächtigen zu haben.

Hintergründe sind weiter unklar. Die Polizei schloss einen islamistischen Hintergrund genauso wenig aus wie gewaltbereite Fußballfans, Rechtsextreme oder Erpresser. Dies fließe in die aktuelle Lagebewertung ein, sagte ein Polizeisprecher.

"Die Ermittlungen haben bislang keinen Beleg dafür ergeben, dass der Beschuldigte an dem Anschlag beteiligt gewesen ist", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Gruppe soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben.

Im März 2015 reiste er laut deutscher Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte. Nach "Bild"-Informationen setzte die Bundespolizei am Mittwochabend aus Anlass der beiden Champions-League-Begegnungen Beamte der Anti-Terror-Bereitschaftspolizei BFE+ ein".

Drei Sprengsätze mit Metallstiften waren am Dienstag nahe dem Dortmunder Mannschaftsbus detoniert. Dabei wurden der BVB-Fußballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt. "Die Sprengkraft war enorm", sagte Jäger am Donnerstag in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag.

Die Täter seien nicht gefasst und hätten weitere Anschläge angekündigt, sagte der Minister. Aus Sicherheitskreisen hieß es der Zeitung zufolge, dass das Schreiben ernst genommen werde.

Trainer Thomas Tuchel übte vor allem Kritik an der UEFA aufgrund der schnellen Neuansetzung der Partie: "Wir wurden überhaupt zu keiner Zeit gefragt". Die UEFA wies diese Vorwürfe am Donnerstag jedoch zurück.

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dazu: "Der Beschuldigte war den Sicherheitsbehörden im Bund in Nordrhein-Westfalen bekannt". Der 26-Jährige steht jedoch im Verdacht, IS-Mitglied zu sein, im Irak eine zehnköpfige Einheit angeführt und selbst gekämpft zu haben. Ein festgenommener Iraker kam zwar in Untersuchungshaft, eine Beteiligung an dem Anschlag konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden.

Zunächst verdächtigt wurde auch ein zweiter Verdächtiger bei dem es sich um einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna gehandelt hat. Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein". Experten halten die am Bus gefundenen Bekennerschreiben nicht für authentisch. Unter anderem wird darin der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert.

- Dem Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, zufolge fehlten arabische Floskeln, auch seien die Forderungen am Ende des Textes untpyisch für die Terrormiliz Islamischer Staat.

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