Wirtschaft | ROUNDUP: Xi will mit Trump zusammenarbeiten - US-Präsident nimmt

Eine Rakete unbekannten Typs bei der MilitärparadeMehr

Selbst den Handelsstreit will er zum Gegenstand der Nordkorea-Verhandlungen machen.

Mar-a-Lago. Eigentlich hätte es das mediale Großereignis der bisherigen Trump-Präsidentschaft werden sollen: Doch die US-Militärschläge in Syrien stellten Trumps gestriges Mittagessen mit seinem rivalisierenden Giganten in der Weltpolitik - Chinas Staatschef Xi Jinping - in den Schatten. Dabei dürften Handelsfragen und das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm im Zentrum stehen. Sie vertreten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

Das war auch die Lesart der Londoner Tageszeitung "The Times": "Trump hat einen bedeutenden Schachzug gemacht, der sicher nicht allein in Russland analysiert wird, sondern auch in China und Nordkorea, deren Führer nun einen US-Präsidenten erlebt haben, der zu schnellen Strafangriffen entschlossen ist". Nordkorea habe am Mittwoch nahe Sinpo an der Ostküste eine ballistische Test-Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Im Wahlkampf hatte Trump konstant gegen China ausgeteilt: "Währungsmanipulator" nannte er das Land, befand alle Wirtschaftsabkommen für unfair und warf China vor, die US-Wirtschaft zu "vergewaltigen". Der US-Präsident hoffe, bald nach Peking reisen zu können.

Auch im Bezug auf Nordkorea will China eine Deeskalation vonseiten aller Beteiligten erreichen, auch der USA, um den Weg für eine diplomatische Lösung zu bereiten.

Donald Trump hat signalisiert, die Gespräche auf seinem Anwesen in Florida könnten "schwierig" werden. "Wir betrachten alle verschiedenen Optionen", sagte die Vizeabteilungsleiterin im US-Außenministerium, Susan Thornton. "Das ist eine globale Bedrohung".

Das Weiße Haus, das an einer echten militärischen Eskalation in der Region kein Interesse haben kann, denkt an weitere Sanktionen und erwartet, dass China die Schrauben gegenüber Nordkorea enger anzieht. Zu groß ist in Peking offenbar die Sorge, dass amerikanische Truppen eines Tages nicht nur in Südkorea stationiert sein könnten, sondern auch weiter nördlich - in unmittelbarer Nähe zur chinesischen Grenze. Peking fordert die USA zu einem direkten Dialog mit Pjöngjang auf. Trump braucht Verbündete. Er hat aber auch schon einen möglichen Alleingang gegen Nordkorea angedeutet. In absoluten Zahlen haben die USA mit keinem anderen Land eine so ungleiche Bilanz wie mit China. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Der US-Präsident lässt nun sämtliche Handelsbeziehungen der USA überprüfen. Und sollte Amerika weiter die Gebietsansprüche Pekings im Südchinesischen Meer in Zweifel ziehen und Flugzeugträger als Aufpasser auf den Seewegen schicken, dann kann nach Ansicht von Experten in Washingtoner Denkfabriken wirklich eintreten, was Trumps bellizistisch veranlagter Chefberater Stephen Bannon im Laufe der nächsten fünf bis zehn Jahre ohnehin kommen sieht: ein Krieg zwischen den USA und China. Ziel sei eine Stärkung amerikanischer Exporte und eine Verringerung des US-Handelsdefizits mit China. So bekräftigte Xi gegenüber Trump am Freitag seinen Willen, die Kooperation mit US-Präsident Donald Trump zu vertiefen, und streute dem Gastgeber Rosen. Doch im Memorandum steht der Satz: Es sei Nordkoreas "legitimes Recht, einen entscheidenden Präventivschlag gegen die USA zu führen".

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