Xi Jinping abgereist: Trump: Fortschritte in Beziehungen zwischen USA und China

Die harmonischen Gesten und Töne standen in krassem Gegensatz zum militärischen "Begleitprogramm", das Trump seinem chinesischen Gast ungefragt vorsetzte.

US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping äusserten sich nach ihrem ersten Treffen zuversichtlich über das künftige Verhältnis.

Die Militäraktion lässt Xi neben dem Präsidenten der Supermacht USA, die jederzeit und überall in der Welt militärisch zuschlagen kann, wenig ebenbürtig aussehen. An dem Dinner nahmen auch die Ehefrauen Melania Trump und Peng Liyuan teil.

Doch mit einem aggressiven Kurs ist nicht zu rechnen, schliesslich hat Trump erst am vergangenen Freitag einen Bericht über Handelsdefizite in Auftrag gegeben, der die Grundlage für weitere Verhandlungen sein soll.

Experte Björn Conrad vom Berliner China-Institut Merics sagte: "Die Gespräche zwischen Trump und Xi Jinping werden sicher nicht einfach". Allerdings sei es noch nicht zu Ergebnissen gekommen.

Eine lange Diskussion, ein gemeinsames Abendessen und der Glaube daran, dass die Beziehungen zwischen China und den USA "langfristig sehr gut" sein werden.

Das war auch die Lesart der Londoner Tageszeitung "The Times": "Trump hat einen bedeutenden Schachzug gemacht, der sicher nicht allein in Russland analysiert wird, sondern auch in China und Nordkorea, deren Führer nun einen US-Präsidenten erlebt haben, der zu schnellen Strafangriffen entschlossen ist". Nordkorea feuerte nahe Sinpo an der Ostküste eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer.

Während seiner Asienreise hatte Tillerson erklärt, dass die Politik der Obama-Regierung, die Sanktionen schrittweise zu steigern, gescheitert sei.

Im Washingtoner Cato-Institut hat man beobachtet, dass die direkten Kommunikationsdrähte zwischen Peking und Pjöngjang erkaltet sind.

Zu den Gesprächen mit Xi ist neben Außenminister Tillerson auch Verteidigungsminister James Mattis angereist. Trump bekräftigte in einem Telefonat mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe, dass "alle Optionen auf dem Tisch liegen", wie Abes Büro am Donnerstag in Tokio berichtete. Die US-Regierung teilte mit, Amerika werde sich und seine Verbündeten weiterhin mit allen militärischen Ressourcen verteidigen. Die koreanische Halbinsel ist aufgrund ihrer strategischen Lage im Nordosten Asiens seit mehr als hundert Jahren ein Brennpunkt von Invasionen und Kriegen, an denen nicht nur die USA und China, sondern auch Japan und Russland beteiligt waren. Das wurde vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt. Der japanische Kabinettsekretär Yoshihide Suga sagte, der Abschuss sei eine klare Verletzung der UN-Resolutionen: "Unser Land wird die wiederholten provokativen Aktionen Nordkoreas nicht dulden".

Der Konflikt um den richtigen Umgang mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm dominierte das erste Aufeinandertreffen der beiden Staatsmänner. Das US-Handelsdefizit mit China, 347 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Die USA haben ein riesiges Defizit vor allem im Handel mit China. Im Wahlkampf hatte Trump konstant gegen China ausgeteilt: "Währungsmanipulator" nannte er das Land, befand alle Wirtschaftsabkommen für unfair und warf China vor, die US-Wirtschaft zu "vergewaltigen".

"Beide Seiten sind wie zwei Züge, die beschleunigt aufeinander zufahren, ohne dass einer der beiden bereit ist, aus dem Weg zu gehen", warnte Chinas Außenminister Wang Yi schon im März.

In US-Medien war vor dem Treffen mit dem chinesischen Staatschef von einer großer diplomatischen Bewährungsprobe Trumps die Rede.

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